Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

Bericht von der Runde am 7.10.

Nur einen Tag nach der Sitzung des Ortsbeirates Pieschen trafen sich am Mittwoch mehr als vierzig Menschen im Großen Saal des „Emmers“ auf der Bürgerstraße zur monatlichen Runde von „Pieschen für alle“.

Bei beiden Versammlungen stand eine Nachricht im Mittelpunkt: die geplante Umwandlung der Turnhalle an der Thäterstraße in Übigau in eine Notunterkunft für Flüchtlinge. Inzwischen hat sich eine Initiative „Übiggau sagt Willkommen“ gebildet. Zur Zeit laufen viele Gespräche, in der Nachbarschaft in Übigau, zwischen den verschiedenen Initiativen sowie innerhalb und mit der Verwaltung. Alle teilen ein Ziel: Trotz der Meinungsverschiedenheiten über die Notunterkunft den Frieden im Stadtteil zu bewahren und Ansätze für gemeinsame Lösungen zu finden. In den kommenden Tagen können wir hoffentlich von ersten Ergebnissen berichten.

Wichtig ist an dieser Stelle vor allem eine Richtigstellung:
Achtung, Korrektur! Die Turnhalle in der Thäterstraße soll nicht als Erstaufnahme in der Verwaltung des Freistaates genutzt werden, sondern als Notunterkunft für Asylsuchende in der Obhut der Stadt Dresden. (Wir hatten zunächst Anderes berichtet.) Das stellte die Beigeordnete Eva Jähnigen klar, die am Dienstag, 6. Oktober, als Vertreterin des Oberbürgermeisters in der Sitzung des Ortsbeirates Pieschen zu dem Thema informierte und den Ortsbeiräten bzw. den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort stand. Zu den Planungen der Stadt siehe auch den „Bericht aus dem Sportausschuß“ von der Stadträtin für Pieschen Kati Bischoffberger.

Außerdem stellte sich uns der Beauftragte der Stadt für die Koordination der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe vor: Clemens Hirschwald. Dazu folgt demnächst ein eigener Bericht.

Schließlich brachte die Runde am 7. Oktober folgende Ergebnisse:

Neue Ansprechpartner und mailing-Liste für Hilfsanfragen
Ziel unseres Engagements bleibt es, Menschen, die ihre Heimat verloren haben, das Ankommen bei uns zu ermöglichen, und zwar nicht nur äußerlich, sondern auch mit Kopf und Herz, in der Sprache, im Alltag, unter den Menschen hier. Im Mittelpunkt unseres Tuns stehen deshalb Patenschaften bzw. individuell abgestimmte Hilfen. Dafür arbeiten wir eng mit den Sozialarbeitern zusammen, die im Auftrag der Stadt als Angestellte des Sächsischen Flüchtlingsrates die Asylsuchenden in Pieschen betreuen. Beim Treffen im September tauschten die Anwesenden dazu direkt mit den Sozialarbeitern Informationen über ihre Möglichkeiten und den Bedarf der Flüchtlinge aus. Auch diesmal gab es wieder eine solche Runde. Der Nachteil dabei: Die Koordination lastet ganz auf den Sozialarbeitern. Das wollen wir ändern – durch folgende Neuerungen (Details folgen):

  1. Künftig gibt es für jeden Sozialarbeiter eine(n) Ehrenamtliche(n) als direkte Ansprechpartner und Vermittler zu den ehrenamtlich Engagierten.
  2. Diese Ansprechpartner organisieren zugleich als Kerngruppe die Aktivitäten von „Pieschen für alle“.
  3. Außerdem richten wir eine spezielle mailing-Liste ein, auf der wir Hilfsanfragen durch die Sozialarbeiter bzw. durch Ehrenamtliche, die schon Flüchtlinge betreuen, weitergeben.

Erste Schritte beim Ankommen
Damit das Ankommen gelingt, gelten zwei grundlegende Voraussetzungen. Zum einen braucht es Gelegenheiten, damit Flüchtlinge und Pieschener einander überhaupt als Menschen und Nachbarn kennenlernen können. Zum anderen braucht es Hilfen, um sich einander verständlich zu machen, auch wenn man verschiedene Sprachen spricht. Begegnungen schaffen, Verständigung ermöglichen.

Folgende Hilfen können wir bieten:

Begegnungscafé
Ähnlich wie das Montagscafé im Kleinen Haus, das Café International in der Äußeren Neustadt und das Café im Goldenen Lamm soll im Emmers ein regelmäßiger Treff für Flüchtlinge und Pieschener eingerichtet werden. Steffi und Falk haben die Organisation übernommen. Es gibt auch schon ein erstes Konzept (als pdf).

Verständigungshilfen
Bildkarten, Vokabellisten, Sprachführer, Deutschkurse im Internet für Selbstlerner… Es gibt viele Hilfsmittel, wie schon eine kleine Zusammenstellung (als pdf) zeigt. Wie man sie am besten einsetzt, werden wir in der Praxis sehen. Ausprobieren und Erfahrungen Weitergeben ist das Gebot der Stunde!

Achtung: Macher gesucht!
Wer möchte die Ersten Schritte für Flüchtlinge in Pieschen, also Begegnungen und Verständigung, mitorganisieren? Bitte melden und Interesse angeben für Begegnungscafé, Verständigungshilfen, Hilfen zum Deutschlernen: info@pieschen-fuer-alle.de .

Nächstes Treffen von Pieschen für alle:
Mittwoch, 4. November 2015, 19 Uhr
ausnahmsweise in der Volkssolidarität, Begegnungsstätte Trachenberger Straße 6 (nahe Mälzerei)

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