Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

Bericht von der Bürgersprechstunde am 16. Februar

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Buergersprechstunde bei Kati Bischoffberger, 16. Februar 2015

Viele Befürworter, aber leider keine Kritiker einer Willkommenskultur fanden am 16. Februar den Weg in das Atelier von Kati Bischoffberger auf der Oschatzer Straße. (Bitte anklicken für Vergrößerung.)

Kati Bischoffberger
Einwanderer und Flüchtlinge – was können wir tun?
Wie kommen wir zu mehr Bürgerbeteiligung?

Unter diesem Motto hatte ich am 16.2. in mein Atelier in Pieschen eingeladen. Es kamen überwältigend viele Dresdner, um den Worten von Weltoffenheit und Toleranz Taten folgen zu lassen, u.a. Victor Vincze, der Vorsitzende des Ausländerbeirates, die Stadträtin Pia Barkow (Die LINKE), Heidi Geiler und Anja Osiander als Vertreterinnen des Vereins Pro Pieschen e.V., Mitglieder des neu gegründeten Dresdner Vereins für Deutsch-Kurdische Begegnungen e. V., Journalistinnen und Journalisten, der kommissarische Ortsamtsleiter Christian Wintrich, Pieschener Ortsbeiräte und zahlreiche Bürger.
In der lebhaften und sehr freundlich geführten Diskussion über die Wahrnehmung von Flüchtlingen in Pieschen und der Umgang mit ihnen zeigte sich, dass es vor allem Ressentiments und Vorurteile sind, mit denen die hier Ankommenden zu kämpfen haben. Es ist weniger die materielle Unterstützung, die Not tut, es sind die menschlichen Kontakte, das Mitgefühl, der Austausch, der gewünscht ist!
Erfreulich ist, dass im Laufe der Veranstaltung bereits konkrete Ideen entstanden, wie man sich in Pieschen engagieren kann:

  • Der Verein Pro Pieschen e.V. wird seinen nächsten Stammtisch in den neuen Räumen des Vereins für deutsch-kurdische Begegnungen auf der Oschatzer Straße abhalten.
  • Angeregt wurde auch eine Präsentation des Vereins zum Pieschner Stadtteilfest Sankt Pieschen.
  • Um Flüchtlingen und Hilfswilligen eine Anlaufstelle im Stadtteil zu bieten, in der Bedarf und Hilfe zusammengebracht werden, will sich die Initiative „Pieschen für alle“ noch mehr als Koordinationspunkt entwickeln.
  • Besprochen wurden auch individuelle Patenschaften zwischen Pieschenern und den Neuankömmlingen. Dabei ist an persönliche Gespräche, Begegnungen, Hilfe beim Deutsch-Lernen, bei Behördengängen, der Arbeitssuche usw. gedacht.

Insgesamt war der Abend ein erfreulicher Anfang für mehr konkretes Engagement für Hilfsbedürftige in Pieschen. Es wurden neue Verbindungen hergestellt, wir redeten offen miteinander und konnten neue Ideen schmieden. Im Vorfeld dieser Veranstaltung erhielt ich von vielen Bürgerinnen und Bürgern sehr kritische Mails zu Flüchtlingen in Pieschen, über mangelnde Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten, unzureichende Informationen und Gesprächsmöglichkeiten mit Politikern.
Frustrierend fand ich jedoch, dass von denen, die geschrieben hatten, trotz meiner persönlichen Einladung kein Einziger gekommen war.

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