Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

Flüchtlinge in Pieschen: Was tut die Politik?
Bericht vom zweiten Runden Tisch „Pieschen für alle“, Teil 3

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3_AsylDresdenAktuellJanuar2015

Im dritten und letzten Themenblock beim Zweiten Runden Tisch „Pieschen für alle“ am 4. März 2015 im EMMERS fragten wir nach, wie Politiker und Verantwortliche in der Verwaltung in Dresden aktuell mit den Flüchtlingen umgehen, die neu hier ankommen. Dabei erfuhren die Anwesenden eine Menge Neues – zur Überraschung der Moderatorinnen Anja Osiander und Heidi Geiler wie auch zum Erstaunen selbst des amtierenden Ortsamtsleiters Christian Wintrich.

Denn auf einmal stand da ein freundlicher, etwas untersetzter Herr im Saal und stellte mit leiser, aber fester Stimme sich und seine Kollegen vor: Andreas Naumann, Ali Moradi, Patrick Irmer und der Praktikant Oliver Senger arbeiten beim Sächsischen Flüchtlingsrat, dessen Geschäftsstelle im Dammweg nahe des Neustädter Bahnhofs liegt. Seit Jahren setzen sie sich für Aslysuchende im Freistaat ein. Aber seit dem 1. März haben sie eine neue Aufgabe: Das Sozialamt der Stadt Dresden hat einen Vertrag mit ihnen abgeschlossen, um diejenigen Asylsuchenden zu betreuen, die in den Stadtteilen Pieschen, Äußere Neustadt und Klotzsche untergebracht sind. Auch für die übrigen Stadtteile hat das Sozialamt ähnliche Verträge mit anderen freien Trägern aus dem Themenfeld Migration und Integration geschlossen.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich damit die Lage in Dresden schlagartig verbessert – für Asylsuchende und auch für die Bürgerinnen und Bürger, denen das Thema am Herzen liegt. Es gibt jetzt eine neue, flexible Struktur mit kompetenten Ansprechpartnern für alle Seiten. So entsteht überhaupt erst die Chance, die Flüchtlinge als Mitmenschen zu behandeln und ihr Hiersein nicht als Bedrohung zu erleben, sondern als Chance für sie und für uns zu gestalten.

Damit gewinnt auch ein Vorhaben eine neue Bedeutung, das der Ortsbeirat im Januar 2015 einstimmig beschlossen hat: Das Ortsamt Pieschen ist beauftragt, noch in diesem Jahr zwei Informationsveranstaltungen zur Lage der Flüchtlinge in Pieschen anzubieten. Bei dieser Gelegenheit kann die neue Struktur auf einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Wörtlich heißt es in dem Beschluß (zitiert nach dem Sitzungsprotokoll aus dem Ratsinformationssystem):

Vor dem Hintergrund der emotional geführten Diskussionen zur Unterbringung
von Flüchtlingen möchte der Ortsbeirat zu mehr Transparenz durch gezielte und
umfassende Informationen und damit zu einer Versachlichung der Diskussionen
beitragen. Unter dem Motto „Flüchtlinge, fremde Nachbarn“ sollten mindestens zwei Veranstaltungen im Jahr 2015 vom Ortsamt Pieschen durchgeführt werden. Zu dieser Veranstaltung sind die Betreiber der Unterbringungsstätten, die Betreuer und das Sozialamt einzuladen. Die Ortsbeiräte unterstützen das Ortsamt Pieschen bei der Vorbereitung und Durchführung und bilden dafür eine Arbeitsgruppe aus den Vertretungen aller Parteien und Bündnisse.

An diesen Beschluß knüpften wir in der abschließenden Murmelrunde am 4. März an. Wir sammelten Vorschläge, wie die erste der geplanten Veranstaltungen gestaltet werden könnte. Nun warten wir gespannt darauf, was die Arbeitsgruppe des Ortsbeirates und das Ortsamt daraus machen!

Als mögliche Termine für die erste Veranstaltung sind derzeit der 28. April oder der 6. Mai im Gespräch. Bitte schon vormerken!

Von seiten der Initiative „Pieschen für alle“ wollen wir diese Veranstaltung abwarten, bevor wir Pläne für unser weiteres Vorgehen schmieden.

Zum Weiterlesen und Weiterdenken:

Präsentation zum neuen Betreuungskonzept der Stadtverwaltung, vorgestellt am 3. Februar 2015 im Sozialausschuß des Stadtrates (pdf)

Ergebnisse der Murmelrunde vom 4. März zur Frage „Was wünschen wir uns für die geplante Informationsveranstaltungen über Flüchtlinge in Pieschen?“ (rtf)

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