Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

Pressemitteilung zu den Entwicklungen in Dresden-Übigau

Dresden, 19. Oktober 2015, 12:30 Uhr
Verein Pro Pieschen e.V.

In Dresdner Stadtteil Übigau hat am Wochenende ein denkwürdiges Gespräch zwischen verschiedenen Initiativen stattgefunden. Ein Ergebnis davon ist, daß nun auch diejenigen, die sich zur „Willkommenskultur“ zählen, dafür plädieren, die Turnhalle Thäterstraße, die von der Stadtverwaltung als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehen ist, nicht dafür zu nutzen.

Die Lage in Übigau ist eine besondere, aus mehreren Gründen. Die Turnhalle Thäterstraße ist in besonders schlechtem Zustand. Es gibt eine viel bessere Alternative in unmittelbarer Nähe. Deshalb fordern die Teilnehmer des Gesprächs vom Sonnabend, daß an einem Runden Tisch gemeinsam mit den Bürgern diese Alternative ernsthaft geprüft wird.

Die Entwicklung in Übigau kann aber auch zu einem Vorbild für ganz Dresden werden. Dort ist es am Sonnabend gelungen, Mißtrauen und Vorbehalte zwischen Menschen, die sich in scheinbar gegensätzlichen Initiativen engagieren, ein erstaunliches Stück weit aufzulösen. Dabei zeigt sich: Das Unwohlsein über die Unterbringung ist weit verbreitet, auch unter Menschen, die sich mit hohem persönlichen Einsatz für die Flüchtlinge und für eine erfolgreiche Integration engagieren.

Persönliche Anmerkung von Anja Osiander, Sprecherin der Initiative „Pieschen für alle“ und stellvertretende Vorsitzende des Stadtteilvereins Pro Pieschen:
„Ich wäre sehr froh, wenn die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung das weitverbreitete Unwohlsein im Zusammenhang mit der Unterbringung der Flüchtlinge aufgreifen würden. Bürger und Verwaltung sollten sich zusammensetzen und gemeinsam über die Art und Weise nachdenken, wie über die Unterbringung der Flüchtlinge in unserer Stadt entschieden wird und wie das organisiert und durchgesetzt wird. Ich habe großen Respekt vor denjenigen, die in der Stadtverwaltung versuchen, die schwierigen Aufgaben im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise zu bewältigen. Das Signal der Bürger aus Übigau verstehe ich auch als ein Angebot aus der Bürgerschaft, sie dabei zu unterstützen.“

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