Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

Schieben, anstatt geschoben zu werden

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Olala, unser Land verändert sich. Zum Beispiel sind in Dresden seit Anfang 2015 rund sechstausend Menschen angekommen, die als Asylsuchende oder anerkannte Flüchtlinge auf ein neues Leben bei uns hoffen.

„Bei uns“ ? Wer sind denn wir? Welchen Stichtag nehmen wir, um das zu definieren? Und welches Merkmal erheben wir zum Maßstab?

Die Fragen sind ironisch gemeint. Unsere Welt hört nie auf, sich zu wandeln. Und wir wandeln uns mit, bilden vielschichtige Identitäten. Als Frauen oder Männer, als gebürtige Sachsen oder Zugezogene, als DDR-Erfahrene oder „Wessis“, als Gewinner oder Verlierer der Wende… Da ist es vielleicht wichtiger, sich dem Wandel des Lebens zu stellen und zu fragen: Schieben wir mit, oder erleben wir die Welt als Ohnmächtige, als Geschobene?

Diese Frage bildete den roten Faden des jüngsten Fachtags zur Soziokultur in Sachsen am 31. Mai unter dem Motto „Migration und Teilhabe – Soziokultur gestaltet Integration“.

Anne Pallas, Geschäftsführerin des Landesverbands Soziokultur Sachsen, eröffnet den Fachtag 2016.

Anne Pallas, Geschäftsführerin des Landesverbands Soziokultur Sachsen, eröffnet den Fachtag 2016.

Die Veranstaltung war mit 250 Teilnehmern schon vier Wochen im Voraus ausgebucht. Jetzt liegt die Dokumentation der Tagung zum Nachlesen und Nachhören vor. Sie ist vorbildlich gestaltet mit Vorträgen im O-Ton, Präsentationen und Interviews.

Die Zusammenfassung der Veranstalter hebt hervor, was an der Tagung das Besondere war:

Das gewählte Format, ohne die sonst üblichen Podiumsdiskussionen mit Vertreten der Politik, sollte den Anfang einer Auseinandersetzung markieren, indem man sich zunächst ganz pragmatisch den Anforderungen und Lösungswegen stellt. Dadurch kamen die Teilnehmer unabhängig ihrer eigenen Funktion auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch. Kommunal- und Landespolitiker diskutierten mit Ehrenamtlichen, Projektemachern, Künstlern und Intendanten, eingeladene Migranten als Experten in eigener Sache mit Kulturschaffenden und der Verwaltung. Das so entstandene Klima des Fachtages wurde durchweg positiv von den Teilnehmern bewertet. Beispielhaft der O-Ton eines Teilnehmers: ‚Es war ein Balsam für die Seele, so viele Menschen zu sehen, die sich mit dem Thema Integration beschäftigen.

Die ausführliche Dokumentation findet sich im Netz. Besonders zu empfehlen sind die Projektvorstellungen und Themenrunden.

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