Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

Mehr lebendige Nachbarschaft in Pieschen!
Bericht vom Zweiten Runden Tisch „Pieschen für alle“, Teil 1

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Nächste Station: Pieschen!

Nächste Station: Pieschen!

148 Flüchtlinge kamen im Januar 2015 aus dem zentralen Aufnahmelager in Chemnitz nach Dresden. Das meldet die Stadtverwaltung (siehe nächster Beitrag).
Für einige davon wird Pieschen zur nächsten Station auf der langen Suche nach einem Leben in Sicherheit und mit der Chance, sich eine Existenz aufzubauen.
Hier erwartet sie … Was?
Wir Bürger von Pieschen haben das ein Stück weit in der Hand. Wir wollen in einem Stadtteil leben, in dem die Menschen aufeinander zugehen. Unabhängig von ihrer Herkunft und der Größe ihres Geldbeutels. Mit Respekt und Rücksicht füreinander. Ohne Gewalt.
Das ist der Wunsch, der am ersten Runden Tisch „Pieschen für alle“ im Februar 2015 von vielen ausgesprochen wurde. Noch am selben Abend fand sich eine Gruppe von engagierten Mitstreitern zusammen, um den Wunsch Stück für Stück in die Tat umzusetzen.
Beim zweiten Runden Tisch am 4. März berichtete die Koordinatorin Heidi Franzke rund dreißig interessierten Zuhörern über die bisherigen Schritte der Arbeitsgruppe „Lebendige Nachbarschaft“. Außerdem sammelten wir in Gesprächen in kleineren Gruppen (Murmelrunden) weitere Anregungen. Beides ist hier dokumentiert.

pfa_2015-03-04_LebendigeNachbarschaft_BerichtHeidiFranzke als doc

pfa_2015-03-04_LebendigeNachbarschaft_protokoll_murmelrunde als rtf

.. oder hier zum Nachlesen:

Heidi Franzke
Bericht zur Arbeitsgruppe Lebendige Nachbarschaft in Pieschen (4. März 2015)

Im Rahmen des 1. Runden Tisches vom 04.02.2015 entstand durch die Initiative PIESCHEN FÜR ALLE unter anderem eine Arbeitsgruppe, in der wir nach Wegen suchen, wie wir „Das Gefühl von Solidarität und von lebendiger Nachbarschaft in Pieschen stärken“ können. Fünf Bürger/innen fanden sich spontan zusammen. Zu unserer ersten Beratung am 19.02. holten wir weitere Interessierte hinzu, so dass wir nun in unserer Arbeitsgruppe ein breites Bürgerspektrum vertreten, das sich von Sozialpädagoge/innen zu Journalistin, von Studentinnen zu Seniorin bis zu städtischer und kirchlicher Mitarbeiterin spannt.

Nachdem wir beim ersten Treffen zuerst unserer Fantasie freien Lauf ließen und von interkulturellen Tanzkursen, Tauschbörsen, gemeinsamen Tafeln, … und einem Café-/Teehaus für Begegnung und Kommunikation in nächster Nähe träumten, in dem die Grenzen von Sprache und Generation überschritten werden, konzentrierten wir uns dann auf zwei Fragen:
• Wie können wir vorhandene Angebote / Begegnungsorte bekannter machen?
• In welchen Bereichen besteht Nachholebedarf?

Aus der ersten Frage heraus wurde der Entschluss geboren, einen WILLKOMMENS-WEGWEISER für Pieschen zu gestalten. Wir wollen möglichst alle der über 50 sozialen Einrichtungen von Pieschen, Kaditz, Mickten, Übigau, Trachau und Trachenberge besuchen und unsere Fragen, neben dem wesentlichen Anliegen der Einrichtung, auf vorhandene Ressourcen ausrichten. Daraus soll eine Übersicht zu unserem Stadtteil entstehen, in der ORTE FÜR LEBENDIGE NACHBARSCHAFT dargestellt und Begegnungen für Alt-Pieschener und Neu-Pieschener ermöglicht werden. Diese Übersicht soll dann mehrsprachig ins Netz gestellt werden. Zugleich hoffen wir, dass damit eine Broschüre und ein Plakat gestaltet werden können.

Mit den sechs Fragen sind die Mitglieder unserer Arbeitsgruppe bereits unterwegs, und es ist spannend, wie viel Neues jeder von uns dabei erfährt und wie diese Kontakte bereits ein Gefühl von lebendiger Nachbarschaft erzeugen.
Am 25.03. wird sich unsere Arbeitsgruppe zum zweiten Mal von 19 bis 21 Uhr im Raum der Herrnhuter Brüdergemeine, Oschatzer Str. 41 treffen.
Weitere Ideenbringer sind herzlich eingeladen. Kontakt über info@pieschen-fuer-alle.de

Lebendige Nachbarschaft in Pieschen – Anregungen aus der Murmelrunde beim Zweiten Runden Tisch „Pieschen für alle“ am 4. März 2015:

Die folgenden Gedanken sind open sourceFreigut-Gedanken. Bitte greifen Sie/greift nach Belieben auf, was Euch anregt/ was Sie gerne weiter entwickeln möchten!

Rahmenbedingungen für Gelingen

  • Sichtbarmachen des Vorhandenen ist wichtig! Werden Angebote überhaupt wahrgenommen?
  • Bedarfsermittlung ist wichtig!Was brauchen Asylsuchende überhaupt? (Überschneidung mit Thema „Flucht akut“…)
 — Koordinatorin der Stadt (?)
  • Achtung, fremde Sprache! 
Angebote für „Sprachanfänger“ /mit geringen Sprachbarrieren schaffen!

Konkrete Vorschläge

  • Musik! In Pieschen leben viele Musiker!
 — Wie können wir sie einbinden? (Stadtteilfest!)
– Tag der offenen Proberäume; Offener Musikabend
 — Musik machen mit Asylsuchenden (Wie knüpft man Kontakt?)
  • Mit den Asylsuchenden ins Gespräch kommen! Gelegenheiten dafür schaffen! Dabei können sie das Gespräch auf Deutsch üben.
  • Pieschener Vereine als Brückenbauer: 
– Sie sollen aktiv Asylsuchende ansprechen und einladen.
– Besonders Sportvereine: kostenfreie oder kostengünstige Mitgliedschaft für Asylsuchende möglich? Nachhaken!
  • Kultur: Freikarten für Einrichtungen in Pieschen/ im Netzwerk… (Vorbild: Festspielhaus Hellerau)
  • Schulkassen: …laden Flüchtlinge ein zum Fußballspielen…
  • Von Mensch zu Mensch: Pieschener als Paten für Asylsuchende.
  • Verbindungen zur Welt für Flüchtlinge: WLAN access points schaffen in oder nahe bei Gemeinschaftsunterkünften. Unterstützung durch Chaos-Computer-Club möglich. Vorbild: Initiative in Löbtau.
  • „Café für alle“ in Pieschen: als feste, dauerhafte Institution mit regelmäßigen Öffnungszeiten.
  • Zielgruppe Flüchtlingskinder: Besondere Angebote machen für Spracherwerb und Freizeitgestaltung!
  • Problem: geeignete Räume finden, z.B. Sporthallen für Tanzkurse – Kosten! Sponsoring? Unterstützung durch die Stadt (Stadtratsbeschluß)? Auf andere Räume ausweichen (z.B. Ergotherapie Großenhainer Straße; Volkssolidarität…)?

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