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Turnhalle in Übigau wird geräumt

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Die letzten verbliebenen Bewohner der Notunterkunft reinigen das Gelände rund um die Turnhalle in Übigau. (Quelle: Übigau sagt Willkommen.)

Die letzten verbliebenen Bewohner der Notunterkunft reinigen das Gelände rund um die Turnhalle in Übigau, 16.4.2016. (Quelle: Übigau sagt Willkommen)

Und auf einmal waren sie weg…
Die Stadtverwaltung räumt nach ziemlich genau sechs Monaten die Notunterkunft für Asylsuchende in der Turnhalle Thäterstraße in Dresden-Übigau. Hier die Stellungnahme von „Übigau sagt Willkommen“ dazu:

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Abschied aus Übigau – DANKE und Bitte für die Zukunft

Am Samstag hat unsere liebe Heidi mit Zana und Dendar im Rahmen der Dresdner Putzaktion das Hallengelände gesäubert. Die andern der noch verbliebenen 9 Hallenbewohner machten den Innenputz.

Die Turnhalle wurde im Laufe der Woche geräumt und alle Bewohner in andere Unterkünfte gebracht.
Unsere Gefühle sind zwiespältig, denn einerseits ist es gut, dass niemand mehr in der Turnhalle leben muss, denn ganz sicher konnte die Turnhalle nur eine Notunterkunft sein.
Andererseits konnten wir zusammen mit dem Betreiber, den kooperativen Sicherheitsleuten, den Sozialbetreuer*innen und vielen Ehrenamtlichen ein funktionierendes Umfeld organisieren. Angefangen beim Deutschkurs über gelegentliche Fußball-Nachmittage und eine Fahrradwerkstatt, bis zu regelmäßigen Kochabenden und Begleitungen zu Ämtern oder zum Arzt – wir waren da. Selbst der Kontakt zu Ausbildungsstellen ist einigen von uns gelungen.

Problematisch finden wir, dass die Bindungen zwischen Sozialbetreuerin sowie ehrenamtlichen Helfern einerseits und Flüchtlingen andererseits auseinandergerissen werden. Eine geordnete Übergabe an andere Betreuende ist offensichtlich nicht vorgesehen. Ob die neuen Unterkünfte besser sind, wagen wir nach ersten Berichten zu bezweifeln.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen, die mitgeholfen haben ganz, ganz herzlich bedanken! DANKE, DANKE, DANKE!
Es tat gut, neue interessante Menschen zu treffen, die ein Herz haben und wie Menschen handeln.

Wir werden weiterhin aktiv sein und auch auf unserer facebook-Seite darüber berichten.

Unser Wunsch an die Landeshauptstadt ist ein anderer Umgang mit den Betroffenen. Damit meinen wir sowohl die Bürger, Anwohner und Helfer, aber natürlich auch die Geflüchteten.

Diejenigen, die sicher mit gutem Willen entscheiden, müssen sich darüber bewusst sein, dass sie massiv in das Leben von Menschen eingreifen. Das sollten sie nicht tun dürfen, ohne vorher mit den Betroffenen zu sprechen und zu erklären, was sie entschieden haben und warum.

In diesem Sinn: Es gibt noch viel zu tun!

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Quelle: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=793443664119742&id=710713159059460 (19.04.2016)

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