Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

Übigau sagt Willkommen

Eine Woche nach den ersten Meldungen über die Umwandlung der Turnhalle in der Thäterstraße in eine Notunterkunft für Asylsuchende haben sich in Übigau rund 30 Frauen und Männer getroffen und eine Willkommensinitiative gebildet.

2015-10-11_uebigausagtwillkommen

Die Teilnehmer des ersten Treffens treibt um, daß Nachbarn, die ihnen oft sehr vertraut sind, sich plötzlich in Worten und Gesten bedrohlich äußern. Sie fühlen, daß ihre Gemeinschaft in zwei Lager zerfällt und der soziale Frieden in der Nachbarschaft gefährdet ist.

Vor der Turnhalle versammeln sich offenbar weiterhin Menschen, die verhindern möchten, daß das Gebäude als Notunterkunft genutzt wird. Beim ersten Treffen der Initiative berichteten mehrere Teilnehmer, daß sie vor Ort auf der Straße das Gespräch gesucht hätten, daß aber wegen des aggressiven Verhaltens in der Gruppe der Blockierer kein Gespräch möglich gewesen sei.

Dagegen will „Übigau sagt willkommen“ aktiv werden und für Verständnis für die wahrscheinlich zu erwartenden circa 59 Asyl suchenden Männer werben.

Der Auftakt gelang gut: Am Sonntag (11. Oktober) nahm die Intiative mit einem Stand am Flohmarkt am Schloß in Übigau teil. Über zehn Stunden hinweg konnten viele friedliche und ermutigende Gespräche geführt werden.

Außerdem wurde beim ersten Treffen vereinbart, weiter das Gespräch zu suchen. Damit das gelingt, erscheinen drei Umstände wichtig:

  1. Unter den Gegnern der Notunterkunft Menschen ansprechen, die man persönlich kennt.
  2. In Ruhe einander zuhören und sich über Vorbehalte, Skepsis, Unsicherheit, Frust austauschen.
  3. Gemeinsamkeiten finden: Welche Wünsche für das Zusammenleben teilt man? Und kann man gemeinsam tun, um sie Wirklichkeit werden zu lassen?

„Übigau sagt Willkommen“ bereitet derzeit weitere Aktionen vor. Kontakt ist derzeit über facebook möglich. Eine email-Adresse soll baldmöglichst eingerichtet werden.

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