Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

20. April 2016
von AO
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Asylsuchende in Sachsen: Zahlen von Januar bis März 2016

Die Landesdirektion Sachsen veröffentlicht seit Anfang 2016 monatlich aktuelle Übersichten zur Entwicklung der neu ankommenden Asylsuchenden im Freistaat. Im folgenden werden die Zahlen wiedergegeben, die per 19. April 2016 abrufbar waren.

Die wichtigsten Aussagen:

  • Der Zustrom an neu ankommenden Asylsuchenden hat deutlich nachgelassen. Der Höhepunkt wurde im November 2015 mit rund 16.000 binnen eines Monats erreicht. Schon im Dezember halbierte sich die Zahl. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres zusammen sind nur noch 5.250 Asylsuchende neu nach Sachsen gekommen.
  • Die meisten neu ankommenden Asylsuchenden stammen derzeit aus Syrien und Afghanistan.
  • Die Behörden forcieren den Vollzug der Ausreisepflicht bei Menschen, deren Asylgesuch abegelehnt wurde. Im März wurden mehr als 400 Menschen mit Hilfe der Polizei in ihre Herkunftsländer oder in Drittstaaten zurückgeführt.

Die folgenden Abbildungen lassen sich leider nicht vergrößern. Die Originaldateien finden sich im Infoportal zur Erstaufnahme von Asylsuchenden in Sachsen unter
https://www.lds.sachsen.de/asyl/.
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2016-03-31_lds-asyl_rueckfuehr
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2016-03-31_lds-asyl_ausreisepflicht
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2016-02-29_LDS_asylsuchen-sachsen_2012-2016feb
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2016-02-29_LDS_asylsuchende_jan+feb_herkunft
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Die Zahlen werden jeweils etwa drei Wochen nach Ablauf des Monats aktualisiert. Leider macht die Landesdirektion keine Angaben über Geschlecht und Alter der Asylsuchenden.

20. April 2016
von AO
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Asylsuchende in Pieschen: April 2016

Per 1. April 2016 waren im Bereich des Ortsamtes Pieschen 276 Asylsuchende untergebracht. Davon 50 in der Interimsunterkunft in der Turnhalle in Übigau und 151 in den Heimen auf der Trachauer Straße 9, der Leipziger Straße 169 und der Großenhainer Straße 92. Die übrigen 75 sind auf Wohnungen verteilt, die die Stadt angemietet hat.

Offizielle Übersicht über Asylsuchende im Bereich des Ortsamtes Pieschen, Stand 1. April 2016. Quelle: Landeshauptstadt Dresden.

Offizielle Übersicht über Asylsuchende im Bereich des Ortsamtes Pieschen, Stand 1. April 2016. Quelle: Landeshauptstadt Dresden.

Diese Zahlen stammen aus einer offiziellen Mitteilung der Stadtverwaltung an das Ortsamt Pieschen. Die Zahlen werden monatlich aktualisiert und sind öffentlich, das heißt: für alle Bürger zugänglich. Das Ortsamt leitet die Zahlen regelmäßig an die Mitglieder des Ortsbeirates weiter. Künftig werden die Zahlen auch monatlich hier auf pieschen-fuer-alle.de veröffentlicht.

Wichtig zu wissen: Die Interimsunterkunft in Übigau wird zur Zeit geräumt. Die meisten dort untergebrachten Flüchtlinge wurden am 14. April in andere Unterkünfte verlegt, viele davon in die Sammelunterkunft „Days Inn“ auf der Strehlener Staße. Derzeit (18. April) warten noch neun Männer darauf, ebenfalls verlegt zu werden. Das soll nach Angaben einer Stadträtin bis spätestens zum Monatsende geschehen.

Auch bei den beiden anderen größeren Unterkünfte im Bereich des Ortsamtes Pieschen stehen offenbar Veränderungen an. Gerüchten zufolge soll das Übergangswohnheim an der Leipziger Straße 169 mit 60 Plätzen „demnächst“ ebenfalls geschlossen und wieder als Pension genutzt werden. Die 49 Plätze in der Großenhainer Straße 92 sollen nach Auskunft ders Regionalkoordinators künftig vor allem für die vorübergehende Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden, die bereits anerkannt sind, aber noch keine eigene Wohnung gefunden haben.

Insgesamt bedeutet das: In den kommenden Wochen wird die Zahl der Asylsuchenden bzw. der vorübergehend noch in der Obhut der Stadt lebenden Flüchtlinge im Bereich des Ortsamtes Pieschen auf rund 160 zurückgehen.

3. April 2016
von AO
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Rumoren in Dipps – Sächsischer Tacheles

Ein Jahr „Pieschen für alle“: Meine Bilanz als Sprecherin fällt durchwachsen aus. Im Folgenden erlaube ich mir noch ein paar weiterreichende offene Worte. – Anja Osiander

Im vergangenen Jahr ist im Zuge einer spontanen Willkommenskultur vieles Wunderbare entstanden. Deutlich zeigen sich aber auch Blockaden und systemische Hindernisse:

  • Unsere Ressourcen als Ehrenamtliche sind begrenzt; das schränkt sozusagen von innen her ein, was wir leisten können.
  • Als Willkommensbündnis stoßen wir aber auch an Grenzen, die von außen gesetzt werden. Es gibt genügend Hilfsangebote für die Integration der Geflüchteten. Aber sie kommen bei den Bedürftigen nicht an. Das hat vor allem mit Hindernissen in den Behörden zu tun. Hier können nur die politisch Verantwortlichen etwas ändern. Das gilt für die Stadt Dresden und noch mehr für den Freistaat Sachsen.

Dresden
Die Behörden der Stadt Dresden sind willig, jedoch überfordert. Dabei geht es gar nicht so sehr um Geld oder Personal. Es geht vor allem um eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen Behörden und Bürgern. Das Bewußtsein dafür, wie das gehen kann, muß erst noch wachsen – auf beiden Seiten.

Sachsen
Ich gestehe: Ich habe mir in den letzten Monaten oft gewünscht, Dresden läge in Baden-Württemberg. Dort wird die Integration umfassend und wirksam angepackt, wie das Portal der Landesregierung eindrucksvoll dokumentiert:
Flüchtlingshilfe Baden-Württemberg

In Sachsen dagegen zeichnet sich eine positive Gesamtstrategie des Freistaates im Umgang mit den Neu-Sachsen nicht einmal ab. Das hat gravierende Folgen. Ein Offener Brief des Willkommensbündnisses Dippoldiswalde an Ministerpräsident Tillich legt den Finger in die Wunde und beschreibt konkret das Versagen der Behörden. Das bittere Fazit:

Wie sollen wir motiviert sein, unser ehrenamtliches Engagement aufrechtzuerhalten, wenn wir von seiten der Politik und Behörden mit „systemischen Fehlern“ konfrontiert werden, die man als gegeben hinstellt, anstatt nach einer Lösung zu suchen?

Wie soll eine erfolgreiche Integration erfolgen, wenn den Migranten – wenn vielleicht auch ungewollt – signalisiert wird, daß man auf ihren Willen, zu lernen, sich zu bilden, zu arbeiten und sich einzubringen, keinen Wert legt?

Wenn wir in Sachsen so weitermachen, wird aller guter Wille der Bürger*innen nichts nutzen. Die Neuankömmlinge lernen kein Deutsch, finden keine Arbeit, werden ins Abseits gedrängt. So schafft die sächsische Staatsregierung den Nährboden für Parallelgesellschaften, Kriminalität und Extremismus – und führt durch politisches Versagen genau das Szenario herbei, das PEGIDA so gerne als sicheres Ergebnis unserer Flüchtlingspolitik beschwört.

Wir müssen das nicht hinnehmen. Wir haben unseren eigenen Kopf. Wir können Tacheles reden – auch auf Sächsisch. Dazu lädt das Netzwerk Dresden für Alle ein. Bei einem Treffen aller sächsischen Willkommensbündnisse soll es darum gehen, sich gegenseitig zu stärken, aber auch darum, gemeinsam Forderungen an die Politik zu formulieren.

**********Aktualisierung 16. April:
Tacheles-Konferenz bis auf Weiteres abgesagt
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Liebe Engagierte,

leider wird die TACHELES Konferenz aus verschiedenen Gründen nun doch nicht zum angekündigten Termin stattfinden können. Aufgrund unvorhergesehener persönlicher Ereignisse von zentralen Organisatoren der Veranstaltung, kann die Durchführung der Konferenz am 30.04. nicht mehr im angebotenen Umfang gewährleistet werden. Hinzu kommt, dass es nahezu zeitgleich in Sachsen mehrere äh…nliche Konferenzen in Leipzig und Chemnitz geben wird, so dass es den interessierten Organisationen teilweise schwer fiel, sich für eine der angebotenen Veranstaltungen zu entscheiden. Das Netzwerk „Dresden für Alle“ hat aber die Konferenz der sächsischen Willkommensinitiativen deshalb nicht aufgegeben und die bisher geleistete Arbeit dafür war auch nicht umsonst. Bereits im Sommer diesen Jahres – möglicherweise auch auf Basis des im Juni geplanten „Welcome2stay“ Gipfels in Leipzig – wird erneut zu der Konferenz eingeladen werden.

Wir bedanken uns bei allen, die sich bisher angemeldet haben und bei allen, die sich für die Mitarbeit auch in den zahlreichen Workshops bereit erklärt haben. Wir bedauern die Umstände sehr, wünschen aber allen Menschen, die sich in der Arbeit mit geflüchteten Menschen engagieren weiterhin Kraft und gutes Gelingen!

Dresden für Alle

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3. April 2016
von AO
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Ein Jahr Pieschen für alle

Im Februar 2015 entstand die Initiative „Pieschen für alle“. Wenn man eine Sommerpause berücksichtigt, sind wir jetzt seit rund einem Jahr aktiv. Zeit für eine Bilanz: Was haben wir erlebt? Wo wollen wir noch hin?

Kurz gefaßt:

  • 140 Interessierte erhalten den wöchentlichen email-Rundbrief der Initiative; zu den monatlichen Teffen kommen 25 bis 30 Aktive.
  • Es sind einige Patenschaften entstanden; in vielen konkreten Notlagen konnten wir Geflüchteten helfen.
  • Jeden Donnerstag laden Offene Treffs zur Begegnung ein.
  • Es gab ungezählte Begegnungen jenseits von jeder Routine, mit Menschen ganz fremder Herkunft, aber auch mit bislang unbekannten Stadtteilnachbarn.
Besonders erfolgreich: die offenen Treffs von "Pieschen für alle".

Besonders erfolgreich: die Offenen Treffs von „Pieschen für alle“.

Wahr ist aber auch: Ein systematisches Netzwerk von Hilfen und Helfern für die Integration der Geflüchteten in Pieschen ist bislang nicht entstanden. Es zeichnet sich auch nicht ab.

Ist das schlimm?
Oder ist dieser Schluß verfrüht?

Darüber wollen wir diskutieren bei der nächsten Großen Runde von Pieschen für alle:

  • Mittwoch, 6. April 2016, 19 Uhr
  • in der Volkssolidarität, Trachenberger Straße 6

Futter für die Diskussion:
Ein Jahr Pieschen für alle“ (Gedanken von Anja Osiander, pdf)

25. Februar 2016
von AO
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Getanzte Integration – Breakdance für Geflüchtete & friends in Pieschen

Der Saal im Emmers bebte vor Begeisterung. Am Donnerstag, den 18.Februar 2016, präsentierten die amtierenden Deutschen Meister des Breakdance zahlreichen jungen Geflüchteten ihr Können und beeindruckten mit spektakulären Tricks, Bewegungen und Sprüngen. Zwei Tänzer der SAXONZ, „Lehmi“ und „Rossi“, folgten unserer Einladung, jungen geflüchteten Menschen einen Abend Abwechslung zu schenken.

danceoff2016

So geht Breakdance – Schnappschuß vom Dance Off 2016 am 21.2. im Projekttheater, (c) Erik Gross.

Breakdance oder B-Boying – ursprünglich eine Alternative zur Gewalt in den Straßen der Bronx und Manhattan – ist heute ein enorm anspruchsvoller Tanz, der herausragende athletische und akrobatische Fähigkeiten fordert. Was diesem Tanz aber immer zu eigen bleibt, sind seine Gewaltfreiheit, seine Internationalität und Interkulturalität. Die Breakdance-Kultur begreift sich als frei von Grenzen der Rasse, der Herkunft oder der Sprache. Es ist getanzte Integration. Breakdance gibt den Menschen eine Chance, Grenzen zu überwinden. Hier sind alle gleich. Und Menschenwürde, Respekt und Toleranz sind seine Grundrechte.

Bewegt von diesen Eindrücken, von den Momenten der Freiheit und des Glücks in den Gesichtern der Geflüchteten und überzeugt vom Engagement der SAXONZ, haben wir beschlossen, einen eigenen Kurs anzubieten. Wo hiesige Tänzer mit Geflüchteten zusammen kommen, gemeinsam Freizeit verbringen und Spaß haben. Wir möchten es schaffen, wöchentlich einen Workshop laufen zu lassen, der allen frei steht und Raum zur Entfaltung gibt.

Dafür brauchen wir Unterstützung! Raum, Zeit und die Saxonz stehen bereit. Mit Ihrer Spende können wir etwas Wunderbares auf die Beine stellen!

Life is a Dance… https://vimeo.com/145837856

Spendenkonto:
Pro Pieschen e.V.
Verwendungszweck: „Breakdance“
Ostsächsische Sparkasse
IBAN DE20 8505 0300 3120 1792 47
BIC OSDDDE81XXX

Kontakt: Anja Bohländer, mail@anja-bohlaender.de

14. Januar 2016
von AO
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21.1. Begegnungscafé im Emmers startet

Wir laden herzlich ein zum ersten CAFÉ EMMERS für alteingesessene/neu angekommene Pieschener!

Donnerstag, 21. Januar 2016, ab 18 Uhr
Großer Saal des Stadtteilzentrums Emmers
Bürgerstraße 68 / Hofgebäude

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mit
Trommeln + Erzählcafé + JukeBox + Überraschungen + vor allem vielen erstaunlichen Menschen…

***Künftig an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat.***

Wir freuen uns auf Euch!
Bitte weitersagen. Und Freunde mitbringen!

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Gedanken der Macher


Worum geht es?

  • Einen Treffpunkt bieten, um sich gegenseitig kennenzulernen, eine gute Zeit miteinander zu haben und etwas gemeinsam zu tun
  • Patenschaften aufbauen, Beziehungen knüpfen, gemeinsame Freizeitgestaltung planen, weitere gemeinsame Unternehmungen anbahnen
  • Unterstützung bei Anträgen, Formularen und Deutschkursen
  • Im besten Fall entstehen längerfristige Freundschaften; Türen öffnen sich, die Geflüchteten kommen auch mit dem Herzen und im Alltag in Dresden an.

Was braucht es dafür?

  • Einen einladenden Ort zum Wohlfühlen
  • Regelmäßigkeit mit festen Zeiten und klaren Ansprechpartnern
  • wirksame Kontakte zwischen den Neuangekommenen einerseits und den schon länger hier Lebenden andererseits

Wie soll das Café Emmers ablaufen, damit das zwischen den Menschen passiert, was wir uns wünschen?

  • Sprachbarrieren möglichst gering halten: mit nonverbaler Verständigung, mit begleitenden Tätigkeiten und Dingen, mit Apps, Sprachhilfen/-helfern
  • gemeinsames Musizieren, Kochen und Werkeln
  • Begegnung auf Augenhöhe; ein Geben und Nehmen für beide Seiten; die Erfahrungen und Talente der Geflüchteten achten und nutzen, ihre Fähigkeiten fördern
  • Empathie. Das heißt, gefaßt sein auch auf Befremdendes, Leid, abweisende Reaktionen; und dennoch den Kontakt halten können.

14. Januar 2016
von AO
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Erfolg beim Neujahrsputz

Wunderbares Wetter, viele Helfer, gute Stimmung, 90 Säcke Müll aufgeräumt. Die Elbe atmete sichtlich auf.

Näheres unter:
wir-lieben-elbe.de

Und auch die Aktion der beiden Vereine „Pro Pieschen“ und „Dresdner Verein für deutsch-kurdische Begegnungen“ für einen Rettungswagen für Kobane läuft sehr gut. Per 14. Januar 2016 sind rund 7.000 Euro an Spenden eingegangen. Besonders erwähnenswert: Die Schülerinnen und Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums sammelten über eintausend Euro!

Mehr dazu unter:
dresden-hilft-kobane.de

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7. Januar 2016
von AO
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Neue Struktur für ‚Pieschen für alle‘

Rund 30 Menschen kamen am 6. Januar zur ersten großen Runde von ‚Pieschen für alle‘ im Jahr 2016 im Saal des „Emmers“ in der Bürgerstraße zusammen. (Was fehlte, war wieder einmal ein ordentliches Einheizen, aber das Problem ist erkannt; das nächste Mal wird es wärmer sein!)

Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Schnörkellinien auf dem Boden. Die eine in schrillem Grün, die andere in Knallrot. ASYL und INTEGRATION hießen die beiden Wegstrecken. Sie standen für die zwei großen Themen, an denen sich das Schicksal all jener Menschen entscheidet, die als Asylsuchende hier in Dresden ankommen.

Auf den Linien lagen Fetzen von leuchtendem Seidenpapier. Sie stellten Meilensteine oder Etappen dar. Was macht jeweils die Meilensteine aus? Unsere Antworten besprachen wir in kleinen Gruppen, dann in der großen Runde. Das mehrheitliche Ergebnis läßt sich so zusammenfassen:

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Schicksalsfrage ASYL, genauer: Asylverfahren
Was muß geschehen, bis klar ist, ob ich als Flüchtling das Recht bekomme, in Deutschland zu bleiben?
Meilensteine (stark vereinfacht):

  • Antrag
  • Interview
  • Bescheid

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Schicksalsfrage INTEGRATION, genauer: selbstbestimmt hier leben
Was muß ich als Flüchtling bewältigen, um auf eigenen Füßen zu stehen und auf Augenhöhe mit den Menschen hier zu leben?
Meilensteine (aufs Existentielle beschränkt):

  • Deutsch (möglichst gut!)
  • Ausbildung bzw. Erwerbsarbeit
  • eigene Wohnung

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Asyl=Antrag+Interview+Bescheid ++ Integration=Deutsch+Ausbildung/Einkommen+Wohnung.
In diesen wenigen Worten sind die entscheidenden Hürden beschrieben, die wir und die Flüchtlinge nehmen müssen, wenn wir die sogenannte „Flüchtlingskrise“ meistern wollen.

Soweit zur Problemanalyse. Wie aber können Lösungen aussehen? Welche der Schwierigkeiten können wir als Ehrenamtliche beeinflussen? Wo können wir sinnvoll ansetzen?

Unsere Antwort leiten wir aus den positiven Erfahrungen der Initiative „Übigau sagt Willkommen“ ab, die sich seit Oktober intensiv um die Flüchtlinge in der Turnhalle Thäterstraße kümmert. Der Ansatz läßt sich in zwei Worten zusammenfassen:

Hingehen!
Deutsch!

Will sagen: In Übigau haben sich die ehrenamtlichen Helfer so organisiert, daß an sechs Tagen in der Woche jeweils für anderthalb bis zwei Stunden jeweils zwei Menschen in der Unterkunft Hilfe beim Deutschlernen anbieten. Sie nutzen dafür ein Lehrheft (Thannhauser Modell), das speziell für Asylsuchende entwickelt worden ist. Oder sie nutzen einfach die Unterlagen, die die Flüchtlinge selbst schon benutzen.

Das gemeinsame Deutsch Üben kann reguläre Sprachkurse nicht ersetzen. Das soll es auch gar nicht. Es ist vielmehr ein guter Ansatz, um zu erkennen, wo die Flüchtlinge Unterstützung brauchen – besonders in Bezug auf die beiden Schicksalsfragen.

Über die Gespräche beim Deutschlernen erfahren die Helfer mehr über die aktuelle Situation der Flüchtlinge. Sie erleben, wie weit die Flüchtlinge schon dabei sind, sich selbst in der fremden Sprache zurechtzufinden. Daraus können sie dann weitere Angebote für die Flüchtlinge entwickeln. Dazu gehört auch, weitere Helfer und Profis einzubeziehen. Jeder Fall ist anders. Und in den meisten Fällen braucht es Einsatz von vielen Seiten, damit die Hürden von Asyl und Integration für alle glücklich genommen werden können.

Aber all dies braucht einen Anfang. Und der liegt in diesen zwei Worten: Hingehen! Deutsch!

Im großen Saal des Emmers standen wir schließlich alle über eine Straßenkarte gebeugt und betrachteten die Standorte der wichtigsten Unterkünfte für Flüchtlinge im Bereich des Ortsamtes Pieschen. Für vier von fünf Standorten haben sich schon an diesem Abend Unterstützergruppen gebildet.

Die nächsten Schritte sind:

  • Kontakt aufnehmen mit den Sozialarbeitern und mit den Betreibern; von ihnen auch mehr über die Bewohner in den Unterkünften erfahren
  • klären, in welchen Räumen sich Ehrenamtliche und Flüchtlinge treffen können (in den Unterkünften oder in deren Nähe)
  • in der Gruppe Termine und Abläufe absprechen
  • die Flüchtlinge darüber informieren

Wie es dann weitergeht, entscheidet sich individuell, nach den Bedürfnissen der Flüchtlinge und nach den Stärken der Helfenden.

Die Unterstützergruppen, die wir bei diesem Treffen gebildet haben, sind auf Wachstum angelegt. Je mehr Menschen mitmachen, desto intensiver kann es werden und zugleich leichter für alle Beteiligten; desto mehr läßt sich erreichen, desto mehr macht es Spaß.

Will sagen: Helfer gesucht! Wer in einer Unterstützergruppe mitmachen möchte, also beim Hingehen, beim Deutschüben und damit beim Kennenlernen der Flüchtlinge und ihrer Bedürfnisse, meldet sich bitte unter info@pieschen-fuer-alle.de.

15. Dezember 2015
von AO
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Elbwiesen: Neujahrsputz mit Spendenaktion

Jedes Jahr wieder. Die Silvesternacht ist toll, aber der Tag danach… Die Elbwiesen in Pieschen und die Fußwege sind übersät. Mit Flaschen, Scherben, verkohltem Plastik, Verpackungsresten. Tonnenweise.

Wir sagen: Das wollen wir nicht. Wir packen an!

plakat1

Und wir machen daraus eine doppelt gute Tat:
Elbwiesen säubern & Menschen helfen

Niemand will fliehen müssen. Die beste Flüchtlingshilfe ist eine, die den Menschen hilft, in ihrer Heimat bleiben zu können – trotz Krieg und Zerstörung. Zum Beispiel in Kobane – eine Stadt im Norden von Syrien. Wir sammeln Spenden für einen Rettungswagen für Kobane. Beim Neujahrsputz auf den Elbwiesen.

Informationen zu Kobane

Kobane ist eine kurdische Stadt im Norden von Syrien, direkt an der Grenze zur Türkei. Sie wurde im Herbst 2014 von IS-Milizen angegriffen. Der Angriff scheiterte schließlich, aber die Stadt ist weitgehend zerstört. Viele Menschen wollen trotzdem blieben! Sie sind bei kurdischen Landsleuten auf der türkischen Seite untergekommen und suchen nun nach Möglichkeiten, sich in Kobane wieder eine Heimat und eine Existenz aufzubauen.

Ganz wichtig ist die Gesundheitsversorgung. Kobane braucht einen Rettungswagen! Damit können Kranke zu der provisorischen Klinik oder auch in Krankenhäuser auf der türkischen Seite gebracht werden. Auch Verwundete gibt es immer wieder; die Front ist nicht weit, und in Kobane selbst lauern noch Tausende von Minen.

Je nach Ausstattung kostet ein gebrauchter Rettungswagen 10.000-20.000 Euro. Wir werden das Fahrzeug selbst überführen und persönlich den Ärzten in Kobane übergeben.

Zu der Aktion rufen die Vereine Pro Pieschen und Dresdner Verein für deutsch-kurdische Begegnungen gemeinsam auf. Wir haben direkte persönliche Kontakte zur Verwaltung von Kobane und zur Verwaltung der Nachbarstadt Suruc auf der türkischen Seite. So stellen wir sicher, daß die Spenden und der Rettungswagen wirklich den Menschen vor Ort zugute kommen.

Deshalb sammeln wir Müll – und schließen zugleich jede Menge Wetten ab!
Nach dem Motto: „Wir sammeln – Sie spenden!“
Je mehr Säcke wir mit Unrat füllen, desto mehr Spenden kommen für den Rettungswagen zusammen… Mitarbeiter der Stadtreinigung wachen darüber, daß wir nicht schummeln!

Am Ende des Tages sind die Elbwiesen sauber – und Kobane bekommt einen Rettungswagen.

Machen Sie mit!

  • Kommt zum Neujahrsputz auf den Elbwiesen in Pieschen:
    Samstag, 9. Januar 2015, 10 bis 13 Uhr
    Treffpunkte: Ballhaus Watzke und Eselsnest
  • Schließt Eure eigene Wette ab!
    Sprecht den Bäcker an der Ecke an, oder die Eltern, oder Euren Chef…

Aktuelle Informationen unter www.wir-lieben-elbe.de.

plakat2

Spendenkonto: Pro Pieschen e.V.
Kennwort „Rettungswagen“
IBAN DE20 8505 0300 3120 1792 47
BIC OSDDDE81XXX

Plakat zum Herunterladen und Verteilen: A4, PDF (1,7 MB)

Handzettel zur Wette: A4, PDF (1,6 MB)

Mit freundlicher Unterstützung von: Ortsamt Pieschen, Ballhaus Watzke, Zum Landstreicher, Lindenschänke, Bäckerei Walther, Stadtreinigung Dresden GmbH, Drachenkind Fotografie.