Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

16. Juni 2016
von AO
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Ende der Willkommenskultur ?

Ist die Zeit der Willkommensbündnisse vorbei?

Darüber haben wir bei der Großen Runde von „Pieschen für alle“ am 8. Juni diskutiert. Die Antwort hängt davon ab, was man unter „Willkommensbündnissen“ und unter „Willkommenskultur“ versteht. Einig sind wir uns darin, daß die Aufgaben sich gewandelt haben.

Angefangen hat alles als Reaktion auf die Aufmärsche von PEGIDA seit Oktober 2014. Der erste Aufruf zu einer Versammlung unter dem Motto „Pieschen für alle“ war bewußt offen formuliert. Die monatlichen Großen Runden bildeten die Plattform für einen Suchprozeß. Wir konnten Erfahrungen und Meinungen austauschen und besprechen, was uns am Herzen lag und wo wir handeln wollten. Die Aufgabe war denkbar weit gefaßt: Frieden im Stadtteil, lebendige Nachbarschaft, Hilfe für die Neuankömmlinge.

Seit dem September 2015 spitzte sich diese Aufgabe dramatisch zu. Die Balkanroute wurde zum Fluchtkorridor für Hunderttausende. Die Bundesregierung reagierte darauf so, wie Grundgesetz, Genfer Flüchtlingskonvention und EU-Recht es vorsehen: Wer vor Krieg und Verfolgung flieht, soll in diesem Land eine Zuflucht finden. Auf einmal ging es darum, ein abstraktes politisches Versprechen – eine Utopie – durch konkrete Taten mit Leben zu erfüllen. Und zwar so, daß die, die hier schon leben, dadurch nicht schlechter gestellt oder übergangen werden.

Inzwischen ist die Bundesregierung von diesem politischen Versprechen wieder abgerückt. Erklärtes Ziel ihrer Politik ist es spätestens seit dem Mai 2016 erneut, Flüchtlinge möglichst nicht mehr nach Europa und nach Deutschland kommen zu lassen. Das utopische Projekt, in das hinein „Pieschen für alle“ sich entwickelt hatte, gibt es so nicht mehr.

Was es noch gibt, sind mehrere Tausend Menschen, die als Geflüchtete nach Dresden gekommen sind und in deutlich kleineren Zahlen auch weiterhin kommen. Sie bereichern jetzt unsere Stadt und unsere Nachbarschaft. Besser gesagt: Sie können unser Zusammenleben bereichern. Wenn auch wir uns dafür öffnen. Die schlichte, aber nicht einfache Voraussetzung dafür ist, daß wir einander als Menschen und als Nachbarn erkennen. Außerdem bleibt die Aufgabe bestehen, den Neuankömmlingen zu helfen. Das Ziel: konkrete Hindernisse für ein Zusammenleben in Würde und in gegenseitiger Würdigung auszuräumen.

Im Rahmen der Initiative „Pieschen für alle“ wirken wir dabei gerne weiter mit. Vor dem neuen politischen Hintergrund verstehen wir uns als Stadtteilrunde für die Unterstützung von Geflüchteten – nachbarschaftlich, von Mensch zu Mensch. Wir konzentrieren uns auf die Gestaltung von offenen Treffs; wir vermitteln und betreuen Patenschaften; wir unterstützen die Vorbereitungsklasse an der 56. Oberschule. Unser Netzwerk wird verbunden durch die Netzseiten pieschen-fuer-alle.de, durch unsere mailing-Liste, durch den Erfahrungsaustausch der Paten untereinander und durch die monatliche Große Runde.

Ob man das nun noch Willkommensbündnis nennen möchte oder nicht, ist wohl eher zweitrangig. Wichtig ist und bleibt, was wir füreinander tun.

31. Mai 2016
von AO
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Am 5. Juni in Pieschen: Nachbarschaft feiern!

Am Sonntag, 5. Juni, feiern wir in Pieschen gleich doppelt und dreifach:

  • Rund um die Oschatzer Straße steigt das Stadtteilfest Sankt Pieschen – auch schon am Freitagabend und Sonnabend.
  • Im Rahmen von Sankt Pieschen laden Pro Pieschen e.V. und der Dresdner Verein für deutsch-kurdische Begegnungen herzlich ein zu einer Langen Tafel der Nachbarschaft.

Lange Tafel der Nachbarschaft
am Sonntag, 5. Juni, ab 11 Uhr
(für Frühaufsteher auch schon ab 10)
auf der Oschatzer Straße,
zwischen Ecke Bürgerstraße und Räuberbühne

Einfach etwas Leckeres einpacken und zusammenkommen!
Nette Gespräche und viel Hallo sind garantiert.
Kurdische Köstlichkeiten gibt es auch.

  • Am Sonntagnachmittag feiern wir dann weiter beim Frühlingsfest in der Homiliusstraße, organisiert von „Übigau sagt Willkommen“.

Am kommenden Sonntag werden wir das lang schon überfällige Frühlingsfest feiern –
mit den vielen Flüchtlingen, die in Übigau wohnten oder in Pieschen leben.
Mit Menschen, die den Kontakt gehalten haben, obwohl sie inzwischen in andere Stadtteile ziehen mussten oder konnten. Menschen, die selbst wundervolle Gastgeber sind.

Leute, für die – wie für jeden von uns – wichtig ist, zu ERLEBEN, dass sie Teil der Gesellschaft sind, in der sie bereits leben. Einer Gesellschaft, die sich seit jeher stets verändert und zu der wir dennoch immer gehören. Um diese Zugehörigkeit zu spüren, brauchen Neuankömmlinge – genauso wie wir „Alteingesessenen“ – ab und an das „Bad in der Menge“.
Beim Feiern merkt man leicht: Eigentlich sind wir sowieso alle anders gleich…

Lasst uns also feiern. Einfach so. Am Besten fröhlich. Es wird uns gut tun!
Vorbeikommen, einen Kaffee trinken, ein Stückchen Kuchen schnabulieren, plaudern, gucken, spielen.

Kuchen – oder Herzhaftes, Frisches – mitzubringen …
… kann auch nicht schaden 🙂

Frühlingsfest
Sonntag, 5. Juni
Homiliusstraße 15
16:00 bis ca. 19:00 Uhr

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Nachbarschaft feiern – mit Zufluchtsuchenden, mit Eingesessenen, mit schon ein bißchen Angekommenen – jeder wird gebraucht – jeder ist willkommen! Liebe Leute: Sie sind alle eingeladen!

Wir freuen uns auf Sie und Euch!

26. Mai 2016
von AO
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Capoeira-Training für junge Flüchtlinge

Ab Juni wird im Emmers in Pieschen ein Training für den brasilianischen Kampftanz Capoeira Angola angeboten. Gerne weitersagen!

capoeira

Eine Kostprobe gibt es am Sonnabend, 28. Mai, ab 14 Uhr beim Kinderfest im Alaunpark.

Hier die Ankündigung von Trainer Kay Natusch:

Hallo,
ich bin Kay Natusch und unterrichte seit vielen Jahren den brasilianischen Kampftanz Capoeira Angola für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In Dresden betreue ich momentan 3 Kinder-Capoeira-Gruppen in unterschiedlichen Stadtteilen.

Ab Juni möchte ich im „Kinder- und Jugendhaus Emmers“ in Pieschen eine Capoeira-Gruppe mit jungen Flüchtlingen ins Leben rufen. Wir werden immer donnerstags von 10:00 bis 11:30 Uhr trainieren.

Für mich gibt es nur wenig vergleichbar gute pädagogische Grundkonzepte für junge Menschen, wie das zum Erlernen der Capoeira Angola. Die Vielseitigkeit und das Verknüpfen von Rhythmus, das Spielen von Instrumenten, Gesang, Bewegung und Gruppenzusammenhalt, kann kaum ein anderer Sport bieten. Außerdem schult Capoeira das Bewußtsein und die Offenheit für andere Kulturen.

Konzept als pdf

Handzettel auf Englisch

Kontakt:
kinder.capoeira.dresden@gmail.com
www.facebook.com/KindercapoeiraDresden

26. Mai 2016
von AO
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Die Gabe des Lächelns

Wenn es ein Rechenprogramm gäbe, das meine Wortwahl in den vergangenen neun Monaten statistisch aufbereiten könnte, dann gäbe es eine eindeutige Spitzengruppe: „Flüchtlinge“, „Flüchtlingshilfe“, „Flüchtlingshelfer“… Not,Not,Not. Helfen,helfen,helfen.

Dabei ist die Wirklichkeit viel komplexer. Wenn es ein Programm gäbe, das meine Gefühlswelt der letzten neun Monate aufbereiten könnte, dann stünden ganz andere Themen weit oben: Mitfühlen, überhaupt FühlenFühlenFühlen, Spontan, Dazulernen, von Fremden lernen.

Der aus Spanien stammende Fotograf David Campesino hat kein Programm für die Gefühlswelt entwickelt, aber er hat einen kleinen, traumartigen Film gedreht. Darin sind die Rollen vertauscht. Ein kleines Mädchen, ein „Flüchtling“, hat etwas zu geben, und es sind die Menschen in Dresden, die genau das dringend brauchen.

Zum Hintergrund:
Zebras, Zombies und ein Lächeln – Ein Video aus Dresden macht Furore. In den Hauptrollen ein libanesisches Mädchen und ein Pferd mit Streifen. Von Juliane Hanka. Erschienen auf SZ online, 24.05.2016.

26. Mai 2016
von AO
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Ausländerrat kritisiert Bürokratie

Dresden tut sich schwer damit, mehrere hundert Menschen willkommen zu heißen, die inzwischen vom Bundesamt als Flüchtlinge anerkannt worden sind.

Das hat auch mit der deutschen Bürokratie zu tun. Wer vom Asylbewerber zum anerkannten Flüchtling wird, ist nicht länger „Klient“ des Sozialamtes, sondern wird zum „Kunden“ beim Jobcenter als Hartz-IV-Behörde und bei der Ausländerbehörde. Das bedeutet: Hier abmelden, dort anmelden. Formulare, Formulare, Formulare.

Trotzdem müßte alles nicht so wild sein, wenn es in den Amtsstuben in Dresden nicht besonders langsam und besonders umständlich zuginge. Das kritisiert jetzt der Ausländerrat in einer Pressemitteilung vom 12. Mai 2016. Wir geben sie hier im Wortlaut wieder.

Gerne können Sie den Text an Ihren Vertreter im Stadtrat weiterleiten oder an den Oberbürgermeister. Ergänzt um Ihre persönliche Anmerkungen. Vielleicht kriegen wir es dann doch etwas besser hin. Das würde auch die Mitarbeiter in den Amtsstuben aufatmen lassen.

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logo_auslaenderrat
12. Mai 2016
Ausländerrat Dresden e.V. – Pressemitteilung
pdf-Version mit Kontaktinfos

Integrationshürden für anerkannte Geflüchtete in Dresden – besondere Probleme beim Thema Wohnen

Der Ausländerrat Dresden e.V. verweist auf zermürbendes Warten, bürokratische Hürden sowie Probleme beim Thema Wohnen und fordert die zügige Aushändigung von Aufenthaltsdokumenten durch die Dresdner Ausländerbehörde.

Die Ausgangsituation – Anerkannte Geflüchtete in der Warteschleife
Ob Geflüchtete als schutzbedürftig gelten oder nicht wird per Einzelfallprüfung durch das Bundesamt für Migration und Fluchtlinge (BAMF) entschieden. Trotz deutlich schnellerer Bearbeitung neu gestellter Asylanträge von z.B. syrischen Geflüchteten, warten viele ein Jahr und länger auf ihre Entscheidung. Auch nach der Anerkennung geht dieses Warten weiter. Anerkannte Geflüchtete benötigen dann von der zuständigen Ausländerbehörde (ABH) einen sogenannten elektronischen Aufenthaltstitel (eAT). Dr. Asad Mamedow, Leiter der Beratungsstelle des Ausländerrates Dresden e.V., erklärt dazu:

„In Dresden warten Menschen aktuell bis zu 5 Monaten, bis sie überhaupt einen Termin für die Antragsstellung erhalten. Bis zur endgültigen Aushändigung des eAT vergehen dann weitere Monate. Diese Situation ist extrem belastend für die Betroffenen und verzögert nicht nur erheblich die weitere Integration, sondern auch den Familiennachzug, weil die deutschen Botschaften die Anträge von ihren Angehörigen bis zur Vorlage der erteilten Aufenthaltserlaubnis nicht bearbeiten.“

Probleme bei Wohnungssuche
Besondere Probleme ergeben sich in Dresden auch bei der Wohnungssuche. Bis zur Aushändigung der endgültigen Dokumente bekommen anerkannte Geflüchtete eine sogenannte Fiktionsbescheinigung (FB). Binnen 3 Monaten müssen sie dann eine eigene Wohnung finden und den bisher vom Sozialamt bereitgestellten Wohnraum verlassen. Haben sie keine Wohnung gefunden, haben sie oft nur die Wahl zwischen Gemeinschaftsunterkunft oder Obdachlosigkeit.
In dieser Drucksituation beginnt auf dem Dresdner Wohnungsmarkt mit Mangel an bezahlbarem Wohnraum ein Wettlauf gegen die Zeit: Da anerkannte Geflüchtete mit einer FB arbeiten dürfen, erhalten sie nicht länger Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Sie müssen Leistungen beim Jobcenter beantragen. Praktisch heißt das: Es kommen nur die wenigen Wohnungen in Frage, deren Kosten als ‚angemessen‘ gelten. Geflüchtete stellen erneut Anträge, legen Mietverträge vor, warten auf Bewilligung durch das Jobcenter. Anvisierte Wohnungen sind in der Zwischenzeit wieder weg. Der Behördenlauf beginnt von vorn. Für jene, die über die Stadt Dresden Wohnungen vermittelt bekommen, hat sich die Situation insofern verbessert, dass sie die Angemessenheitsbescheinigung zentral über das Ortsamt Pieschen erhalten. Das spart Zeit. Für alle, die sich selbstständig auf dem freien Wohnungsmarkt bewegen, bleibt es schwierig. Hinzu kommt, dass seitens größerer Wohnungsgesellschaften, mehreren Personen mitunter gleichzeitig Mietverträge zugesandt werden und das Wohnungsangebot im Internet nicht den realen Wohnungsmarkt spiegelt. Dazu Dr. Mamedow:

„Eine Wohnungsvermittlung unter diesen Bedingungen bleibt eine mitunter unlösbare Aufgabe. Für Sozialarbeiter_innen, Ehrenamtliche und geflüchtete Menschen selbst, ist das mittlerweile eine enorme Belastung.“

Zusätzliche Belastung durch rechtlich fragwürdige Wohnsitzauflage
In Dresden wird zudem über die FB eine Wohnsitzauflage erteilt. Das heißt: Anerkannte Geflüchtete sind gezwungen eine Wohnung in Dresden zu suchen. Auch dann, wenn sie an anderen Orten ankommen wollen, weil dort Familienangehörige wohnen oder Arbeits- und Bildungschancen besser sind. Das heißt: Jene, die nicht bleiben wollen, sitzen gegen ihren Willen aufgrund extrem langer Wartezeiten in Dresden fest. Sie bleiben an einen Ort gebunden an dem sie nicht sein wollen. Integration funktioniert aber nur dann, wenn sie an den Interessen der Menschen ansetzt.
Nicht nur integrationspolitisch sondern aktuell auch rechtlich ist die Praxis der Wohnsitzauflagenerteilung für anerkannte Geflüchtete fragwürdig, da es sich um einen erheblichen Eingriff in deren Freizügigkeitsrechte handelt. Zu diesem Schluss kommt auch das Deutsche Institut für Menschenrechte in einer Stellungnahme vom 9. März 2016 anlässlich bundesdeutscher Bestrebungen hinsichtlich der Verteilung von Wohnsitzauflagen für anerkannte Geflüchtete.

Forderungen des Ausländerrat Dresden e.V.
Die Erfahrung des Ausländerrates Dresden e.V. zeigt, dass bürokratische Hürden, Warteschleifen und Zwangsmaßnahmen, wie eine Wohnsitzauflage, tatsächliche Integration auf lange Sicht verhindern. Inhaltlich braucht es eine moderne Integrationspolitik, die – auch angesichts bestehender Herausforderungen – nicht nur politische Steuerung im Blick hat, sondern Selbstbestimmung und Chancen auf Ankommen, Bildung, Arbeit und Wohnen vor Ort stärkt. Rechte von Geflüchteten müssen dabei immer oberste Priorität haben. Gleichzeitig muss ganz praktisch in Strukturen und Personal investiert werden.
Dazu sagt In Am Sayad Mahmood, Vorstandsvorsitzende des Ausländerrates Dresden e.V.:

„Die Landeshauptstadt Dresden ist bemüht um konstruktive Lösungen im Bereich Asyl. Wir machen auch die Erfahrung, dass wesentliche Akteure, wie z.B. die Wohnungsgesellschaft ‚Vonovia‘, gesprächsbereit sind. Trotzdem müssen die Baustellen benannt werden.“

Zum Thema Wohnen sagt sie:

„Grundsätzlich braucht eine gute Integrationspolitik eine sozialverträgliche Wohnungspolitik. Schritte die dahingehend unternommen werden, sind zu begrüßen. Was die Wohnsitzauflage angeht, so beschränkt diese Freizügigkeitsrechte. Aus anderen Städten wissen wir, dass es diese dort für anerkannte Geflüchtete nicht gibt.“

Besonders problematisch bleiben lange Wartezeiten:

„Die Warteschleife in der sich die Menschen, mit denen wir zu tun haben befinden, ist für Einzelne zermürbend und in der Fläche ein absolutes Integrationshemmnis. Deswegen müssen Geflüchtete unmittelbar nach ihrer Anerkennung und nicht erst nach mehreren Monaten einen Antrag auf nötige Aufenthaltsdokumente in der Dresdner Ausländerbehörde stellen können. Dokumente wie den eAT müssen sie dann auch zügig erhalten. Die Landeshauptstadt Dresden muss dieses Problem politisch lösen und eventuellen Personalmangel beseitigen. In anderen Kommunen und Landkreisen wissen wir von Wartezeiten von nur 3 bis 4 Wochen vom ersten Vorsprechen bis zur Aushändigung von Aufenthaltsdokumenten.“

pdf-Version mit Kontaktinfos

26. Mai 2016
von AO
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Wohnungslotsen gesucht!

Eine Wohnung finden – das ist schwer! Besonders in Dresden. Das gilt für alle Menschen hier, aber nahezu unmöglich ist es für Zufluchtsuchende, die aus anderen Ländern gerade erst hierher gekommen sind.

Die eigenen vier Wände - so gut wie unerreichbar für Flüchtlinge ohne Lotsen.

Die eigenen vier Wände – so gut wie unerreichbar für Flüchtlinge ohne Lotsen.


Fremde Sprache, fremdes Rechtssystem, keine Ortskenntnisse, keine Kenntnisse über Wege der Wohnungssuche und Gepflogenheiten. Und vor allem: eine absurde Bürokratie.

Aber jedes Problem ist eine Chance: Flipflop, und schon ist die Aufgabe des Wohnungslotsen geboren.

Ein Wohnungslotse braucht nicht mehr als:

  • ein bißchen Zeit
  • ein paar Checklisten und Infos
  • Kontakt zu wohnungsuchenden Flüchtlingen

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  • Zeit bringen Sie mit.
  • Checklisten und Infos finden Sie auf diesen Seiten in der Rubrik EXISTENZ > WOHNEN.
  • Kontakte können Ihnen die Willkommensbündnisse oder die Regionalkoordinatoren für die Betreuung der Flüchtlinge in Dresden vermitteln. Sie helfen Ihnen auch weiter, wenn die Verständigung hapert.

Und auf geht’s.
Sie werden staunen. Sie werden viele Menschen und neue Ecken von Dresden kennenlernen. Vor allem aber werden Sie Türen öffnen.

Danke!

21. April 2016
von AO
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Lust auf ein Experiment? 40 Minuten „violence: recode“ am 29. oder 30. April

Bei der Großen Runde im April 2016 warb Barbara Lubich vom Zentralwerk noch einmal leidenschaftlich und gewinnend für eine Erfahrung der besonderen Art, die sich Neugierigen in der kommenden Woche bietet:

VIOLENCE:RECODE
29. oder 30. April: fr, 18 Uhr /sa 16 oder 18 Uhr
im Zentralwerk, Riesaer Straße 32

recode

Die Tänzerin und Konfliktforscherin Dana Caspersen hat sich eine Art Gespräch mit Gesten und Rhythmus ausgedacht, bei dem die Teilnehmer Formen von „struktureller Gewalt“ * am eigenen Leib erfahren können. Das Stück/Experiment dauert nur 40 Minuten. Es geht nicht um Statistiken, nicht um Interviews, sondern um eine einmalige Begegnung und um Dialog in einem ungewohnten Kontext.

* „Strukturelle Gewalt“? Darunter versteht man Zwänge, die aus Vorschriften oder gesellschaftlichen Regeln entstehen – gleichsam anonym. Asylsuchende können viele Lieder davon singen. Auf die eine oder andere Weise haben aber wir Alle unsere Erfahrungen damit.

Erläuterungen von Barbara Lubich:

Die Veranstaltung bietet Raum für eigenes Nachdenken und für kurze Einzelgespräche untereinander. Danach gibt es Gelegenheit im Zentralwerk zu weilen und bei einem Snack ins Gespräch zu kommen.

Wir freuen uns sehr, bei dieser Gelegenheit den Teilnehmern, die den Ort noch nicht kennen, auch das Zentralwerk vorzustellen. Das Zentralwerk ist eine Genossenschaft für Kunst.Wohnen.Arbeiten, die derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Druckerei Völkerfreundschaft in der Riesaer Straße entsteht. Es soll ein neuer Ort für ganz Dresden und besonders für Pieschen werden.

Wir suchen noch Dresdner Bürger aus allen Berufen, gesellschaftlichen Hintergründen und Herkünfte, Neuangekommenen mit Deutschkenntnisse, die Lust haben, einfach vorbeizukommen. Eine Voranmeldung ist allerdings aus organisatorischen Gründen erforderlich: lubich@zentralwerk.net.

Weitere Infos:

21. April 2016
von AO
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Mein Ordner – wichtiges Hilfsmittel

Ein zentrales Hilfsmittel für die Integration der Geflüchteten ist ein Ordner, den die Stadtverwaltung zusammen mit dem Jobcenter Dresden und anderen Partnern entwickelt hat. Er hört auf den einfachen Namen „Mein Ordner“.
„Mein Ordner“ enthält knappe Informationen über wichtige Anlaufstellen und dienen als Ablage für die Dokumente, die bei den Behörden immer wieder gebraucht werden. Er wird kostenlos abgegeben, unter anderem vom Sächsischen Flüchtlingsrat.

Wichtige Bitte an alle ehrenamtlichen Betreuer: Fragt nach, ob die Geflüchteten so einen Ordner haben! Falls nicht, besorgt einen für sie! Helft beim Einsortieren der Dokumente!

Praktischer Hinweis von Heidi Franzke: Die Ordner sind sehr sperrig. Um sie aufs Amt mitzunehmen, wäre ein großer Beutel nützlich. → Idee: Beim nächsten KochBackTreff nähen wir einen Prototyp!

Weitere Informationen:

  • Mal reingucken – die Gliederung von „Mein Ordner“ als pdf
  • Bericht über die Einführung des Ordners im September 2015 und die Gründe für die Gestaltung in dieser Form
  • Wo gibt es die Ordner? Bitte nachfragen beim Asyl-Telefon im Sozialamt (0351-488-1177, asyl@dresden.de).

meinordner

21. April 2016
von AO
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Pate werden leicht gemacht

April 2016: Die Aktiven von Pieschen für alle sitzen bei ihrer monatlichen Großen Runde und erzählen einander, was sie in den letzten Wochen erlebt haben. Kurt Schilling, Heidi Franzke und Mandy Zimmerling berichten dabei leidenschaftlich von ihren Erfahrungen als Paten. Sie möchten diese Erlebnisse und die dabei entstandenen Bindungen nicht mehr missen.

Die Erzählungen zeigen: Pate Werden ist die schönste Form der Integration. Hier lernt man sich von Mensch zu Mensch kennen. Hier entstehen Freundschaften, bei denen die Geflüchteten auch etwas zurückgeben können.

Für alle, die das einmal ausprobieren möchten, gibt es folgende Wege:

  • Unverbindliches Kennenlernen bei den offenen Treffs
    Immer donnerstags gibt es entweder KochBackTreff in der Volkssolidarität oder Café im Emmers. Mittwochs wird im Gemeindehaus in der Homiliusstraße gemeinsam gekocht. Details in der Übersicht der Angebote.
  • Probelauf
    Geflüchtete müssen immer wieder zum Amt oder anderswohin und sind dankbar für Menschen, die sie begleiten, die ihnen helfen, sich zurechtzufinden, und die auf Deutsch für die Geflüchteten Informationen einholen bzw. vermitteln. Elke Noack führt eine Liste von Freiwilligen für solche Einsätze in Pieschen. Dort kann man sich eintragen lassen. Die schon aktiven Paten können darauf zurückgreifen.
  • Von anderen Paten lernen
    Künftig wollen sich alle, die als Paten aktiv sind oder aktiv werden wollen, zur monatlichen Großen Runde schon eine Stunde eher treffen und bei Kaffee/Kuchen/Imbiß Neuigkeiten, Erlebnisse, Wissenswertes austauschen.

Anfragen gerne an:

20. April 2016
von AO
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Turnhalle in Übigau wird geräumt

Die letzten verbliebenen Bewohner der Notunterkunft reinigen das Gelände rund um die Turnhalle in Übigau. (Quelle: Übigau sagt Willkommen.)

Die letzten verbliebenen Bewohner der Notunterkunft reinigen das Gelände rund um die Turnhalle in Übigau, 16.4.2016. (Quelle: Übigau sagt Willkommen)

Und auf einmal waren sie weg…
Die Stadtverwaltung räumt nach ziemlich genau sechs Monaten die Notunterkunft für Asylsuchende in der Turnhalle Thäterstraße in Dresden-Übigau. Hier die Stellungnahme von „Übigau sagt Willkommen“ dazu:

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Abschied aus Übigau – DANKE und Bitte für die Zukunft

Am Samstag hat unsere liebe Heidi mit Zana und Dendar im Rahmen der Dresdner Putzaktion das Hallengelände gesäubert. Die andern der noch verbliebenen 9 Hallenbewohner machten den Innenputz.

Die Turnhalle wurde im Laufe der Woche geräumt und alle Bewohner in andere Unterkünfte gebracht.
Unsere Gefühle sind zwiespältig, denn einerseits ist es gut, dass niemand mehr in der Turnhalle leben muss, denn ganz sicher konnte die Turnhalle nur eine Notunterkunft sein.
Andererseits konnten wir zusammen mit dem Betreiber, den kooperativen Sicherheitsleuten, den Sozialbetreuer*innen und vielen Ehrenamtlichen ein funktionierendes Umfeld organisieren. Angefangen beim Deutschkurs über gelegentliche Fußball-Nachmittage und eine Fahrradwerkstatt, bis zu regelmäßigen Kochabenden und Begleitungen zu Ämtern oder zum Arzt – wir waren da. Selbst der Kontakt zu Ausbildungsstellen ist einigen von uns gelungen.

Problematisch finden wir, dass die Bindungen zwischen Sozialbetreuerin sowie ehrenamtlichen Helfern einerseits und Flüchtlingen andererseits auseinandergerissen werden. Eine geordnete Übergabe an andere Betreuende ist offensichtlich nicht vorgesehen. Ob die neuen Unterkünfte besser sind, wagen wir nach ersten Berichten zu bezweifeln.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen, die mitgeholfen haben ganz, ganz herzlich bedanken! DANKE, DANKE, DANKE!
Es tat gut, neue interessante Menschen zu treffen, die ein Herz haben und wie Menschen handeln.

Wir werden weiterhin aktiv sein und auch auf unserer facebook-Seite darüber berichten.

Unser Wunsch an die Landeshauptstadt ist ein anderer Umgang mit den Betroffenen. Damit meinen wir sowohl die Bürger, Anwohner und Helfer, aber natürlich auch die Geflüchteten.

Diejenigen, die sicher mit gutem Willen entscheiden, müssen sich darüber bewusst sein, dass sie massiv in das Leben von Menschen eingreifen. Das sollten sie nicht tun dürfen, ohne vorher mit den Betroffenen zu sprechen und zu erklären, was sie entschieden haben und warum.

In diesem Sinn: Es gibt noch viel zu tun!

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Quelle: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=793443664119742&id=710713159059460 (19.04.2016)