Pieschen für Alle

Zusammenleben im Stadtteil

8. Oktober 2016
von AO
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Pieschen für alle – neue Strukturen ab November 2016

Liebe Engagierte für ein weltoffenes Dresden,
liebe Interessierte,

Anfang 2015 entstand die Initiative “Pieschen für alle” aus einem Aufruf zum Gedankenaustausch in unserem Stadtteil. Den Hintergrund bildeten die wöchentlichen Aufmärsche der PEGIDA-Bewegung und die Ängste, die dadurch plötzlich an die Oberfläche stießen. Es ging um Ängste vor fremdenfeindlichen Ideologien und Haß, aber auch vor Überfremdung. Pieschen für alle entstand aus dem Wunsch Vieler nach Mäßigung, danach, sich gegenseitig wahrzunehmen, und danach, Sinnvolles zu tun, anstatt zu schreien und zu streiten.
Seither ist viel geschehen. Vor allem sind rund eine Million Menschen nach Deutschland geflohen. Gleichzeitig eskaliert der Krieg in Syrien immer weiter. Auch aus anderen Ländern häufen sich die Meldungen darüber, daß politische und gesellschaftliche Konflikte immer stärker mit militärischen Mitteln ausgetragen werden. Die Politik und die Gesellschaft hierzulande werden dadurch nachhaltig verändert. Es gibt Entwicklungen zum Guten, aber auch zum Schlechten. Wohin diese Dynamik führt, vermag derzeit niemand abzusehen.
Die Veränderungen in der Problemlage spiegeln sich auch in der Entwicklung unserer Initiative. Der Dialog um Frieden im Stadtteil bildete ein wichtiges Element, dessen Bedeutung wuchs und schwand mit den Entscheidungen der Stadtverwaltung über neue Standorte für Übergangswohnheime. Dann rückte der Beistand für die neu ankommenden Vertriebenen in den Vordergrund. Als die Flucht nach Deutschland immer weniger Menschen gelang, verlagerte sich der Schwerpunkt auf die langfristige individuelle Betreuung derer, die schon hier sind. Gleichzeitig reichen die Auswirkungen des Syrienkrieges und der Flüchtlingskrise weit über unseren Stadtteil hinaus. Darauf reagieren die Menschen, indem sie sich neue Schwerpunkte suchen und neue Netzwerke knüpfen. Auch wir reagieren und passen die Strukturen von “Pieschen für alle” entsprechend an.
Konkret bedeutet das:

  • Die facebook-Seite von Pieschen für alle bleibt aktiv und wird weiter gepflegt.
  • Die offenen Treffs zur Begegnung zwischen neu Angekommenen und schon länger hier Beheimateten bleiben bestehen:
    1. Kochtreff: jeweils mittwochs ab 18:30 in der Homiliusstraße 15
    2. Café Emmers: jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat ab 18 Uhr im Emmers, Bürgerstraße 68 (Hofgebäude)
    3. KochBackTreff: besonders für Frauen und Familien zweimal im Monat jeweils donnerstags ab 16:30 Uhr in der Volkssolidarität, Trachenberger Straße 6; genaue Termine bitte erfragen unter bst-trachenberge@volkssoli-dresden.de
  • Die monatlichen Treffen der Paten für Geflüchtete und die Große Runde zum allgemeinen Austausch zwischen Interessierten finden weiterhin am ersten Mittwoch im Monat im Emmers statt (Bürgerstraße 68); Beginn ist 18 bzw. 19 Uhr.
  • Die mailing-Liste “pieschen für alle” bleibt bestehen. Sie dient rund 50 Interessierten im Stadtteil weiterhin zum Austausch von Informationen und Anfragen.
  • Ansprechpartner für die Initiative ist ab November 2016 Gerald Schade, Sozialarbeiter in der mobilen Jugendarbeit in Pieschen; Gerald.Schade@diakonie-dresden.de.
  • Die email-Adresse “info@pieschen-fuer-alle.de” wird Ende Oktober 2016 stillgelegt.
  • Die Netzseiten www.pieschen-fuer-alle.de bleiben zugänglich, werden aber ab November 2016 nicht mehr aktualisiert.

Wir wünschen allen Menschen in Pieschen ein Miteinander in Respekt. Alles Gute auf all Ihren und Euren Wegen. Herzlichen Dank an alle, die sich für ihre Nächsten und für ein gutes Zusammenleben einsetzen.


Übersicht über die regelmäßigen Aktivitäten in Pieschen:

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18. August 2016
von AO
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Tauziehen auf hoher See

In Deutschland ist es ruhig geworden, was die Bilder von Menschen auf der Flucht angeht. An der Realität des Fliehens hat sich allerdings seit dem vergangenen Jahr wenig geändert. Weiterhin suchen viele Menschen einen Ausweg über das Mittelmeer.

Neu ist: Die Flottille an Rettungsschiffen wächst. Nicht staatlicherseits, sondern durch zivilgesellschaftliche Initiativen. Auch von Dresden aus.

Aktuelle Schlaglichter:

  • Seit Juli kommen auf den griechischen Inseln nahe der türkischen Küste wöchentlich wieder an die hundert neue Flüchtlinge an.
  • In den letzten beiden Wochen sind im Mittelmeer zwischen Libyen und Italien jeweils rund fünftausend Menschen aus untauglichen Flüchtlingsbooten gerettet worden.
  • Die Lage in den Flüchtlingslagern in Griechenland bleibt prekär. Anfang August haben acht europäische Hilfsorganisationen deswegen einen Appell an die griechische Regierung gerichtet.
  • Die Hälfte aller neuen Flüchtlinge im Mittelmeerraum im Jahre 2016 sind Frauen und Kinder.
  • In diesem Jahr sind jetzt schon fast so viele Menschen bei dem Versuch der Überfahrt im Mittelmeer ertrunken wie im gesamten Jahr 2015.

Diese Angaben stammen vom Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), und zwar aus dem aktuellen “Wochenbericht Europa” vom 10. August 2016. (auf Englisch als pdf)
Details der Flüchtlingsströme im Mittelmeerraum werden vom UNHCR tagesaktuell und sehr detailliert dokumentiert in interaktiven Karten, Statistiken und Berichten. Alle Daten sind öffentlich zugänglich unter:
http://data.unhcr.org/mediterranean/regional.php

unhcr

Die europäischen Regierungen tun annähernd nichts, um an diesen Flüchtlingsströmen etwas zu ändern. Umso mehr tun europäische Bürger. Sie sammeln Geld, statten Schiffe aus und retten, wen sie retten können.

Rettungsaktion von Sea Watch in der Ägäis, aus dem Newsletter August 2016.

Rettungsaktion von Sea Watch in der Ägäis, aus dem Newsletter August 2016.

Die Menschen, die das tun, wissen, daß sie damit am letzten Zipfel des Problems anpacken. Damit werden keine Fluchtursachen beseitigt, und es wird kein Frieden gestiftet. Wie es den Geretteten anschließend in Europa ergeht, bleibt ebenfalls offen. Und doch: Daß die Rettungsschiffe da sind und daß es immer mehr werden, sorgt auch dafür, daß das Schicksal der Flüchtlinge nicht aus dem öffentlichen Blickfeld in Europa verschwindet. So wird die Rettung von Flüchtlingen aus Seenot auch zu einem Tauziehen zwischen europäischen Bürokratien und ihren Bürgern.

Derzeit sind vier Initiativen aus Deutschland im Mittelmeer aktiv. Sie arbeiten untereinander eng zusammen, ebenso mit dem Mittelmeer-Team von Ärzte ohne Grenzen und mit der italienischen Küstenwache :

  • Sea Watch
    entstanden in Brandenburg; erstes Schiff im Herbst 2015, inzwischen schon mit zwei Schiffen vor Libyen, dazu kleine Aufklärungsflugzeuge (gechartert); umfassende Öffentlichkeitsarbeit mit Blog und Videos
  • Life Boat
    aus Hamburg, in Zusammenarbeit mit der Dt. Ges. zur Rettung Schiffbrüchiger; Februar bis Juni 2016 vor Lesbos, seither vor Lampedusa; geleitet von erfahrenen Seefahrern; nüchterne und gerade drum dramatische Berichte
  • SOS Mediterranee
    aus Berlin, gegründet im Mai 2015; 77-Meter-Schiff vor Lampedusa, kann bis zu 400 Menschen aufnehmen, Kosten/Tag: 11.000 Euro; Rubrik mit Erzählungen der Geretteten
  • Sea Eye
    aus Regensburg, entstanden als Vater-Sohn-Projekt in gemeinsamer Entrüstung; 1 Schiff vor Libyen; Berichte voller Herzblut

Ein Schiff aus Dresden soll bald dazustoßen:

  • Mission Lifeline – seenotrettung.info
    angefangen als Dresden-Balkan-Konvoi im Herbst 2015, seither rasante Entwicklung zum Sozialunternehmen mit großem Kredit von der GLS-Bank für ein Schiff und rund 40.000 Euro monatlichen Kosten. Das Schiff ist gefunden, nun geht es um die Unterstützung für den Einsatz.

18. August 2016
von AO
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Schieben, anstatt geschoben zu werden

Olala, unser Land verändert sich. Zum Beispiel sind in Dresden seit Anfang 2015 rund sechstausend Menschen angekommen, die als Asylsuchende oder anerkannte Flüchtlinge auf ein neues Leben bei uns hoffen.

“Bei uns” ? Wer sind denn wir? Welchen Stichtag nehmen wir, um das zu definieren? Und welches Merkmal erheben wir zum Maßstab?

Die Fragen sind ironisch gemeint. Unsere Welt hört nie auf, sich zu wandeln. Und wir wandeln uns mit, bilden vielschichtige Identitäten. Als Frauen oder Männer, als gebürtige Sachsen oder Zugezogene, als DDR-Erfahrene oder “Wessis”, als Gewinner oder Verlierer der Wende… Da ist es vielleicht wichtiger, sich dem Wandel des Lebens zu stellen und zu fragen: Schieben wir mit, oder erleben wir die Welt als Ohnmächtige, als Geschobene?

Diese Frage bildete den roten Faden des jüngsten Fachtags zur Soziokultur in Sachsen am 31. Mai unter dem Motto “Migration und Teilhabe – Soziokultur gestaltet Integration”.

Anne Pallas, Geschäftsführerin des Landesverbands Soziokultur Sachsen, eröffnet den Fachtag 2016.

Anne Pallas, Geschäftsführerin des Landesverbands Soziokultur Sachsen, eröffnet den Fachtag 2016.

Die Veranstaltung war mit 250 Teilnehmern schon vier Wochen im Voraus ausgebucht. Jetzt liegt die Dokumentation der Tagung zum Nachlesen und Nachhören vor. Sie ist vorbildlich gestaltet mit Vorträgen im O-Ton, Präsentationen und Interviews.

Die Zusammenfassung der Veranstalter hebt hervor, was an der Tagung das Besondere war:

Das gewählte Format, ohne die sonst üblichen Podiumsdiskussionen mit Vertreten der Politik, sollte den Anfang einer Auseinandersetzung markieren, indem man sich zunächst ganz pragmatisch den Anforderungen und Lösungswegen stellt. Dadurch kamen die Teilnehmer unabhängig ihrer eigenen Funktion auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch. Kommunal- und Landespolitiker diskutierten mit Ehrenamtlichen, Projektemachern, Künstlern und Intendanten, eingeladene Migranten als Experten in eigener Sache mit Kulturschaffenden und der Verwaltung. Das so entstandene Klima des Fachtages wurde durchweg positiv von den Teilnehmern bewertet. Beispielhaft der O-Ton eines Teilnehmers: ‘Es war ein Balsam für die Seele, so viele Menschen zu sehen, die sich mit dem Thema Integration beschäftigen.

Die ausführliche Dokumentation findet sich im Netz. Besonders zu empfehlen sind die Projektvorstellungen und Themenrunden.

17. August 2016
von AO
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Besser helfen – Bildungsangebote für Ehrenamtliche

Das, was wir inzwischen “die Flüchtlingskrise” nennen, hat schon eine längere Geschichte und viele Gesichter und Dimensionen. Aber seit dem vergangenen Jahr hat diese Geschichte Deutschland erreicht; seither verändert sie das Land. Vielfach zum Guten – dank des Einsatzes vieler Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Geflüchteten und ihr Ankommen hier engagieren.

Das vergangene Jahr war das Jahr des Improvisierens. Nun ist es Zeit, die Erfahrungen zu ordnen und weiterzugeben.

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Dafür haben die Caritas und die Volkshochschule Dresden maßgeschneiderte Angebote entwickelt. Aber auch das Ökumenische Informationszentrum, die Evangelische Hochschule für Sozialarbeit und die TU Dresden bieten Weiterbildungen und Erfahrungsaustausch an. Insgesamt läßt sich sagen: Es kann eigentlich nicht sein, daß für Sie oder Euch nicht etwas dabei ist…

Eine ständig aktualisierte Übersicht bietet die Stadt Dresden auf ihren Internetseiten:
http://www.dresden.de/de/leben/gesellschaft/migration/asyl/hilfe/fortbildungen.php

***********Hier eine Auswahl:*******

GRÖSSERE PROGRAMME

Welcome – Wir l(i)eben Vielfalt – Angebote im Herbstprogramm
Fortbildungsangebote an der Volkshochschule Dresden für Begleiterinnen und Begleiter von Asylsuchenden
vielfältige Einzelveranstaltungen zwischen Oktober 2016 bis Februar 2017
Kostenfrei für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe
Programm als pdf: Welcome_HS16_Web

Brückenbauer Integration
Ein Kursprogramm mit vier theoretischen und mehreren praktischen Teilen
ab Ende Oktober 2016
angeboten von der Volkshochschule Dresden und der Caritas
Programm als pdf: Brückenbauer_Integration2016

Ehrenamtskompass
Weiterbildungen in vielen nützlichen Kompetenzen – nicht nur für die Flüchtlingshilfe
Ein Angebot der Volkshochschule
Programm als pdf:Ehrenamtskompass_Angebote_Herbst2016

EINZELVERANSTALTUNGEN

Dienstag, 23. August, 17 Uhr
Rassismus – was tun?! Training für Zivilcourage
Ökumenisches Informationszentrum, Kreuzstraße 7, 01067 Dresden
Eine gemeinsame Veranstaltung von STUBE und der Ehrenamtskoordinierung im ÖIZ für die Flüchtlingshilfe. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Freitag, 26. August, 9 bis 18 Uhr
Fachtag Deutsch von Anfang an für Flüchtlinge fördern (DAFF)
TU Dresden, Gerber-Bau, Bergstraße 53
„Deutsch von Anfang an für Flüchtlinge fördern (DAFF)“ – unter dieser Überschrift lädt das neu gegründete Zentrum für Integrationsstudien der TU Dresden in Kooperation mit „DAMF/ Deutschkurse Asyl Migration Flucht“ am 26. August 2016 von 9 bis 18 Uhr zu einem Fachtag in Dresden ein, der zur Vernetzung der unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema beitragen soll. Anmeldung eigentlich bis 15.8.; bitte rasch melden!
Weitere Informationen …

Mittwoch, 19.Oktober 2016, 10 bis 17 Uhr
Vernetzungstag Partizipation durch Patenschaft
Partizipation durch Patenschaft?! Potentiale, Herausforderungen und Anforderungen ehrenamtlicher Patenschaften im Kontext von Migration und Asyl
Ein sachsenweiter Vernetzungstag, veranstaltet vom Ausländerrat Dresden e.V.
Evangelische Hochschule Dresden Dürerstraße 25, 01307 Dresden
10 Euro Unkostenbeitrag
Anmeldung bis 30. September 2016 unter fachtag_patenschaften@auslaenderrat.de
Weitere Informationen…

3. August 2016
von AO
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Capoeira belebt und verbindet !

Ab 11. August 2016 gibt es wieder Capoeira-Training im Emmers* !
* Bürgerstraße 68 in Pieschen

  • Immer donnerstags von 18:30 bis 19:30 Uhr.
  • Für Jugendliche, die hier aufgewachsen sind, und solche, die gerade erst angekommen sind.
  • Trainiert werden sie von Kay Natusch.

Worum es dabei geht, zeigt das kleine Video mit einer Gruppe von Kindern, die Kay Natusch ebenfalls trainiert. Mitschwingen erwünscht – Entspannung und positive Aufladung garantiert!
capoeira
https://www.facebook.com/dorado.bena/videos/10153910782157557/

Gerne weitersagen — weitersagen — weitersagen !

P.S. Weitere Angebote für Flüchtlinge im Emmers…

3. August 2016
von AO
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Papiertheater im Japanischen Palais

papiertheater
Herzliche Einladung

Papiertheater nach dem orientalischen Märchen
„Die unglückliche Frau und der Bettler“

Samstag, 13. August 2016, 16.00 Uhr
Sonntag, 14. August 2016, 14.00 / 16.00 Uhr

im Japanischen Palais, Palaisplatz 11
zu erreichen mit den Straßenbahnlinien 4 und 9, Haltestelle Palaisplatz

Die Spieler Hewit Habte, Nivine El Hamonshi, Ahmad Almahamid, Taher Altaher, Lilyan Aldiban und Rita Ahmad kommen aus Syrien, dem Libanon und Eritrea.
Die Aufführungen bilden den Abschluss einer fünfmonatigen Zusammenarbeit. Regelmäßig trafen sich die Mitwirkenden im Atelier von Sabine Fiedler-Mohrmann, um beim gemeinsamen Puppenspiel ihre Deutschkenntnisse zu erproben.

Anmeldung erforderlich:
besucherservice@skd.museum, Tel.: 0351/49142000

Mit freundlicher Unterstützung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden – Museum für Völkerkunde Dresden

Einladung als pdf… … auf Deutsch … auf Arabisch

3. August 2016
von AO
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Syrien: Hilfe kommt weiter an

Nach fünf Jahren Bürgerkrieg erscheint ein Ende der Kampfhandlungen in Syrien noch lange nicht in Sicht. Seit einigen Tagen haben Truppen der Regierungsseite die Großstadt Aleppo eingeschlossen. Die Kämpfe im Stadtgebiet sind heftiger denn je. In den Ruinen, zwischen den Fronten versuchen Hunderttausende zu überleben. Die Nachrichten bei uns sind voll von Ruinen, Rauchschwaden, Gefechtslärm. Syrien als Inferno.

Umso wichtiger ist es, zu wissen:
Hilfe für die Menschen in Syrien kommt weiter an!

Hilfsgüter für die Region Aleppo
Der Verband deutsch-syrischer Hilfsvereine (VDSH) macht in Zusammenarbeit mit der Organisation Syrian Humanitary Forum das scheinbar Unmögliche möglich: Hilfsgüter werden auch jetzt noch in die Region Aleppo gebracht und dort an Bedürftige verteilt. Auf der facebook-Seite des VDSH gibt es dazu aktuelle Informationen.

Graswurzeldemokratie, Schulen, freie Medien
In Gebieten, die nicht von der Regierung beherrscht sind, organisieren die Menschen ihr Zusammenleben selbst. Von Leipzig aus hält die Initiative “Adopt a Revolution” mit einigen von ihnen Kontakt und sammelt hierzulande Spenden dafür. Der gerade erschienene Jahresbericht 2015 von Adopt a Revolution zählt die Projekte auf.

3. August 2016
von AO
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Rumoren in Dipps hat Erfolg

Eine gute Nachricht: Der offene Brief von Sibylle Frey vom März 2016 an den Ministerpräsidenten von Sachsen, Stanislaw Tillich, hat einiges zum Guten verändert.

Sibylle Frey ist im Willkommensbündnis Dippoldiswalde aktiv. Im März hatte sie akute Mißstände im Umgang der Ämter in ihrem Landkreis mit den Geflüchteten kritisiert. Die Bürokratie, so ihr bitteres Fazit, mache alle Bemühungen um Integration zunichte – entweder vorsätzlich oder aus Unfähigkeit.

Seither hat ihre Kritik nicht nur viel Aufmerksamkeit in den Medien erfahren, sondern auch in den Amtsstuben einiges bewegt. Hier ihre Zwischenbilanz vom Juli 2016:

Positiv

  • Der MDR besuchte die Initiative, sowohl um Filmaufnahmen zu machen als auch um im Hörfunk zu berichten. Diese Aufmerksamkeit hat dem Willkommensbündnis Dippolsdiswalde, aber auch den Flüchtlingen Kraft gegeben.
  • Mit dem Leiter der Arbeitsagentur Sächs. Schweiz/ Osterzgebirge gab es ein ergebnisorientiertes Gespräch, was insbesondere den Flüchtlingen, die in diesen Tagen ihre Aufenthaltserlaubnis bekommen, zugute kommt. Die Bearbeitungszeiten sind kurz und auch die Überweisung der SGB II-Gelder erfolgt innerhalb weniger Tage. Das Verhältnis zu den Mitarbeitern im Jobcenter ist ausgesprochen freundlich.
  • Voraussichtlich ab August werden Jugendintegrationskurse beginnen – die ersten im Landkreis.
  • Stanislaw Tillich hat in einem persönlichen Brief an Sibylle Frey geantwortet und ebenfalls konkrete Verbesserungen in Aussicht gestellt.

Noch zu verbessern

  • Offen ist weiterhin der Übergang zu einem anderen Jobcenter. Die von vielen Vermietern verlangte direkte Überweisung der Miete vom Jobcenter als auch die Übernahme der Kautionszahlung kann man erst vorlegen, wenn man bereits im Bereich des neuen Jobcenters wohnhaft ist. Hier beißt sich die die Katze noch in den eigenen Schwanz. Verbesserungen erhofft sich das Bündnis von dem Gespräch mit dem operativen Geschäftsführer der BA für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen, welches der Ministerpräsident vermittelt hat. Eine Terminvereinbarung steht derzeit aber noch aus.
  • Enttäuscht waren die Ehrenamtlichen in Dippoldiswalde über das mangelnde Interesse des regionalen Integrationsbeauftragten, des Bürgermeisters und leider auch vonseiten der hauptamtlichen Flüchtlingssozialarbeiter.

17. Juni 2016
von AO
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Frauke Petry lügt am meisten

Ich gebe es zu: Diese Überschrift ist reißerisch. Aber immerhin führt sie dazu, daß man mehr wissen will. Und das Thema ist wichtig für die politische Kultur bei uns und für den Frieden in unserem Land. (A.O.)

Es geht darum, wie Politiker es mit der Wahrheit halten. Versuchen sie, die Fakten so differenziert wiederzugeben, wie sie in Wirklichkeit nun einmal sind? Oder stellen sie die Lage gezielt verzerrt dar?

Diese Frage haben sich einige angehende Journalisten in Köln gestellt. Und beschlossen, sie einmal genauer zu untersuchen. Schluß mit Unterstellungen – Nachweisen ist angesagt! Die Ergebnisse sind mehr als aufschlußreich.

**14. Juni 2016 – Mitteilung der Kölner Journalistenschule**

Schüler der Kölner Journalistenschule haben mehrere hundert Aussagen von Politiken in Talkshows auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Das Ergebnis: Jede siebte überprüfte Tatsachenbehauptung ist unwahr. Das schlechteste Ergebnis in der Stichprobe erzielte Politikerin Frauke Petry, bei ihr war knapp ein Drittel der überprüften Aussagen falsch oder überwiegend falsch. Armin Laschet, Chef der CDU in Nordrhein-Westfalen, schnitt am besten ab mit 6,5% falschen Aussagen.

Grundlage waren die Talkshows „Anne Will“, „Hart aber fair“, „Maybrit Illner“ und „Menschen bei Maischberger“ von Dezember 2015 bis März 2016. Aus diesen Talkshows ist von den sieben derzeit relevanten Parteien jeweils der Politiker mit den meisten Auftritten in der Analyse berücksichtigt. Das sind neben Laschet und Petry die Politiker Thomas Oppermann (SPD), Christian Lindner (FDP), Katja Kipping (Linke), Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Markus Söder (CSU).

Die zwölf angehenden Journalisten des KJS-Jahrgangs 2014 recherchierten wochenlang, überprüften hunderte Aussagen und konfrontierten die Politiker schließlich mit ihren Ergebnissen. Wichtig war der Gruppe dabei Transparenz. Sowohl zu den einzelnen Auswertungen als auch zu Methodik und Recherche sind alle Dokumente online:

http://faktenzoom.de/

faktenzoom

16. Juni 2016
von AO
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Dolmetscher verfügbar

Dank einer Förderung durch das Sozialamt können wir ab sofort den Einsatz von Dolmetschern bei der Betreuung von Geflüchteten finanzieren.
Die Dolmetscher kommen vom Gemeindedolmetscherdienst. Wir wollen sie auf zweierlei Weise einsetzen:

  • Sprechstunde für Bürokratisches: Ab September werden bei den offenen Treffs von „Pieschen für alle“ Dolmetscher anwesend sein, um Dokumente zu übersetzen und beim Ausfüllen von Formularen behilflich sein.
  • Begleitung/Vermittlung im Einzelfall: Paten und Geflüchtete können einen Dolmetscher zu einem Termin ihrer Wahl bestellen. Sei es, um einmal ein bisschen tiefer miteinander ins Gespräch zu kommen. Sei es, um Geflüchtete zum Arzt oder zu einer Behörde zu begleiten. Sei es, um ein kleines Fest oder eine Begegnung in größerem Kreis zu gestalten.

Das Angebot gilt für alle, die mittelbar oder unmittelbar Kontakte nach Pieschen haben – weil sie hier wohnen, oder weil sie Geflüchtete betreuen, die in einer bestimmten Phase ihres Ankommens hier gewohnt haben. Wer es in Anspruch nehmen möchte, meldet sich bitte bei Anja Osiander, info@pieschen-fuer-alle.de.